Schüsse Frankfurt Spurensicherung
Gegen einen der Schützen vom Friedrich-Stoltze-Platz wurde nun Anklage erhoben. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Ein Dreivierteljahr nach den Schüssen auf einen Rocker in der Frankfurter Innenstadt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 56-Jährigen Mittäter erhoben. Nach seinem Komplizen wird noch immer gefahndet.

Mitten in der Frankfurter Innenstadt auf dem Friedrich-Stoltze-Platz feuerten am Himmelfahrtstag zwei Männer mehrere Schüsse auf einen Geländewagen ab. Die beiden Insassen wurden verletzt. Der mutmaßliche Haupttäter konnte noch nicht gefasst werden, angeklagt wird nun sein mutmaßlicher Komplize.

Komplize weiter flüchtig

Dem 56-Jährigen werden versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen, wie die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Das langjährige Mitglied des verbotenen Hells Angels' Charters Westend soll am 5. Mai 2016 gemeinsam mit seinem Komplizen mehrfach auf einen in einem Geländewagen sitzenden 41-Jährigen geschossen haben. Die beiden hätten in Tötungsabsicht gehandelt, lautet der Vorwurf der Ermittler.

Der 41-Jährige, ein ehemaliges Hells-Angels-Mitglied, und sein Begleiter wurden bei der Schießerei auf dem belebten Platz schwer verletzt. Der mutmaßliche Mittäter konnte rund eine Woche später in Rumänien gefasst werden. Er wurde nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Konflikt unter Rockern

Von dem 38-Jährigen mutmaßlichen Haupttäter fehlt noch jede Spur. Motiv für die Schüsse war laut Staatsanwaltschaft ein Racheakt nach einem Treffen hochrangiger Rocker aus verschiedenen Chartern aus dem Rhein-Main-Gebiet wenige Wochen zuvor. Bei dieser Zusammenkunft war es ursprünglich um die Beilegung massiver Auseinandersetzungen innerhalb der Rockergruppierungen gegangen.

Dabei soll das spätere Opfer allerdings ein hochrangiges Mitglied der Hells Angels angegriffen und erheblich verletzt haben. Daraufhin sei der 41-Jährige ausgeschlossen und für "vogelfrei" erklärt worden.