Windräder
Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Mehrfach hat es in den vergangenen Wochen in Eiterfeld Angriffe auf Windräder gegeben. Dumpfer Vandalismus oder politisch motivierte Tat? Fest steht: In der Gemeinde freut sich niemand über die Anlagen.

Gleich drei Mal wurden seit Mitte November in Eiterfeld (Fulda) Windkraftanlagen von Vandalen heimgesucht. Beim ersten Mal drangen die unbekannten Täter in eine der beiden Anlagen zwischen den Ortsteilen Körnbach und Leimbach ein und versprühten den Inhalt eines Feuerlöschers. Wenige Tage später gelang es ihnen, den Not-Stopp eines der Windräder zu betätigen und es so außer Betrieb zu setzen.

Schalttechnik zerstört

Die jüngste Tat fand an Weihnachten am selben Ort statt. Wieder sprühten die Täter einen Feuerlöscher leer. Diesmal gingen sie aber noch weiter und zerstörten die Technik in einem Schaltschrank. Allein in diesem Fall entstand ein Sachschaden von rund 3.000 Euro.

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Das Motiv des Täters oder der Täter ist unklar. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte ein Polizeisprecher hessenschau.de. Die Beamten vermuten aber auf jeden Fall einen Zusammenhang zwischen den Taten.

Vergeblicher Widerstand der Gemeinde

Windräder sind in Eiterfeld ein rotes Tuch. Sieben gibt es bereits. Fünf davon wurden erst vor wenigen Wochen errichtet. Mindestens neun weitere sollen folgen. Vergeblich hat sich die Gemeinde gegen deren Genehmigung gewehrt.

Dazu hatte Eiterfelds parteiloser Bürgermeister Hermann-Josef Scheich gleich eine Reihe von Argumenten ins Feld geführt. Neben Mops-Fledermäusen sieht der Rathauschef vor allem das historische Landschaftsbild gefährdet. Auch befürchten die Bürger einiges an zusätzlichem Lärm durch die Anlagen, nachdem die Ruhe bereits durch mehrere Gaskavernen gestört wird.

Gemeindesprecher: "Bürger sind resigniert"

Alle möglichen Anwälte und Gutachter seien eingeschaltet worden, sagte Gemeindesprecher Franz Giebel im Gespräch mit hessenschau.de. Vergeblich. Das Regierungspräsidium in Kassel hat die Anlagen trotzdem genehmigt. "Hier herrscht Resignation", beschrieb Giebel die Stimmung in der Gemeinde. "Die Bürger fragen sich, ob sie gar nichts mehr zu sagen haben."

Ob sich aus dieser Resignation heraus jemand zu den Angriffen auf die Windräder hinreißen ließ, um ein Zeichen zu setzen, vermag aber auch Giebel nicht einzuschätzen. Immerhin habe es in der letzten Zeit immer wieder Vandalismus in der Gemeinde gegeben.

Immer wieder Vandalismus in Eiterfeld

So seien Dixi-Klos und Papiercontainer in Brand gesteckt worden. Anfang des Jahres wurden mehrere Verkehrsschilder gesprengt . Zudem stünden die von den Attacken betroffenen Windkraftanlagen schon 14 Jahre in Eiterfeld und seien relativ klein, gab Giebel zu bedenken.

Andererseits seien die neueren Windräder durch Videoüberwachung geschützt, so dass sich die Täter vielleicht "stellvertretend" an den alten vergriffen hätten. Für eine politische Motivation spräche auch die gezielte Zerstörung der Schalttechnik.

Ermittler suchen kleines Motorrad

Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Sie sucht in diesem Zusammenhang nach dem Besitzer eines kleinen Motorrades. Entsprechende Reifenspuren seien jeweils am Tatort entdeckt worden, so der Polizeisprecher. Wie viele Personen darauf saßen, wissen die Ermittler nicht. "Dazu fehlen uns die Polizei-Indianer."

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