Shisha Bar
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Besorgniserregende Kohlenmonoxid-Werte und Lüftungsanlagen, die nicht lüften: Bei Kontrollen in 19 Shisha-Bars in Mittelhessen haben die Behörden Mängel festgestellt. Das Regierungspräsidium warnt Mitarbeiter und Besucher.

Wer Shisha-Bars besuche, müsse sich möglicher Gefahren bewusst sein, warnte das Regierungspräsidium Gießen (RP) am Donnerstag: Auftreten könnten nicht nur Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel, sondern "auch Erbrechen und Bewusstlosigkeit". Vorausgegangen waren Kontrollen in 19 Shisha-Bars.

Mit den Ordnungsämtern hatten RP-Mitarbeiter Shisha-Bars in Gießen (10), Marburg (5), Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf, 3) und Alsfeld (Vogelsberg, 1) besucht . Anlass waren Zwischenfälle mit hohen Kohlenmonoxid-Werten, die beim Anzünden der Kohlen produziert worden seien.

Lüftungsanlagen aus Kostengründen außer Betrieb

Bei den Kontrollen sei der zulässige CO-Werts mehrfach überschritten gewesen, berichtete das RP, ohne einzelne Fälle zu nennen. "Besorgniserregender waren die Ergebnisse im Anzündbereich des Vorbereitungsraumes, der nur von Arbeitnehmern betreten wird", sagte ein Sprecher. "Hier wurden umgehend die notwendigen Maßnahmen für die Bars angeordnet."

Teilweise seien fest installierte Lüftungsanlagen nicht ordnungsgemäß gewartet worden, teilweise seien die Lüftungsanlagen aus Kostengründen gar nicht erst eingeschaltet worden. Besucher sollten auf alle Fälle auf Lüftungsanlagen achten - und, dass sie funktionieren. "CO entsteht bei jeder Verbrennung, so zum Beispiel bei Kraftfahrzeugen, Kaminfeuer, dem Grillen und eben auch beim Rauchen von Shishas."

Auch das Rauchen selbst sei nicht ungefährlich. Es seien "deutlich höhere Nikotinkonzentrationen im Blut nachweisbar" als beim Rauchen von Zigaretten, hieß es. "Darüber hinaus sind auch die Teer- und Schwermetallwerte aufgrund der anderen Zusammensetzung des Tabaks und der verglimmenden Kohle höher."

Sendung: hr1, 23.11.2017, 16 Uhr