Die islamische "Dar al Salem"-Gemeinde in Marburg wurde in der Nacht zu Freitag Ziel einer Brandattacke. Der Polizei liegen Bilder vom Tathergang vor. Der Oberbürgermeister verurteilte die Tat.

brand-moschee-video-startbild
Bild © hr

Das Feuer vor der Eingangstür der islamischen "Dar al Salem"-Gemeinde in Marburg wurde gegen 5.45 Uhr gemeldet, teilte die Polizei mit. Die Feuerwehr konnte es schnell löschen, es entstand ein Sachschaden von etwa 2.000 Euro. Personen wurden nicht verletzt.

Videobeitrag

Video

zum Video Brandstiftung in Marburger Moschee

Ende des Videobeitrags

Am Freitagmittag ergänzte die Polizei, dass die derzeitigen Ermittlungen und die Auswertung von Bildmaterialien ergeben hätten, dass ein Mann "von normaler, unauffälliger Statur" das Feuer gelegt habe. Er sei zu der Tür gegangen, habe eine Tasche abgelegt, diese angezündet und sei anschließend geflüchtet. Durch das Feuer sei der Tascheninhalt verpufft, das habe Lärm gemacht - dies deckt sich mit der Aussage einer Zeugin, die der Oberhessischen Presse sagte, sie habe vier Explosionen gehört.

Vor einem Jahr bereits Ziel eines Anschlags

Was in der Tasche war, sagte die Polizei nicht, allerdings stellte sie klar, dass "Art und Umfang der Brandmittel und des Vorgehens nicht geeignet waren, einen größeren Schaden zu verursachen". Ein Feuerwehrmann sagte, es habe "Unrat" vor der Tür gebrannt. Der Polizeiliche Staatsschutz untersucht den Fall, wie immer, wenn eine politische Motivation möglich ist.

Ein Polizeisprecher sagte hessenschau.de, es werde "in alle Richtungen umfänglichst" ermittelt. Der Gebetsraum wurde vor etwa zwei Jahren ins Leben gerufen. Vor rund einem Jahr war er bereits Ziel eines Farbanschlags. Ein Polizeisprecher sagte aber, die Moschee sei kein Schwerpunkt polizeilicher Einsätze.

Oberbürgermeister Thomas Spies (SPD) verurteilte das "Feuer an einem Gotteshaus". Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) sagte, die Tat sei gerade mit Blick auf den Jahrestag der Reichspgromnacht am 9. und 10. November 1938 "besonders erschütternd". Die Moscheegemeinde selbst reagierte nicht auf eine hessenschau.de-Anfrage.