Weltkriegsbombe Frankfurt
Bombenfund auf einer Baustelle in der Wismarer Straße in Frankfurt: Im Nordwesten der Stadt muss am Sonntag weiträumig evakuiert werden. Bild © hessenschau.de/Vogel, Bing Maps/Collage: hessenschau.de

Auf einer Baustelle in Frankfurt ist eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Am Sonntagmorgen müssen Zehntausende Menschen ihre Wohnungen räumen. Betroffen von der voraussichtlich größten Evakuierung der deutschen Nachkriegsgeschichte sind auch Kliniken.

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Eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hält Frankfurt in Atem: Am Dienstag wurde auf einer Baustelle im Stadtteil Westend in der Nähe des Uni-Campus eine englische Luftmine mit der Bezeichnung HC-4000 gefunden. Laut Kampfmittelräumdienst ist die 1,8 Tonnen schwere Bombe mit 1,4 Tonnen Sprengstoff TNT gefüllt.

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Am Sonntag soll die Bombe laut Polizei am Mittag entschärft werden. Dazu wird ab 6 Uhr morgens die Umgebung in einem Radius von 1,5 Kilometern Entfernung abgesperrt, wie René Bennert vom Kampfmittelräumdienst in der hessenschau sagte. Anwohner sollen bis spätestens 8 Uhr ihre Wohnungen verlassen haben.

Krankenhäuser und Bundesbank betroffen

Betroffen sind mindestens 60.000 Menschen, sagte der Frankfurter Dezernent für Sicherheit, Markus Frank (CDU) dem hr. Im Gefahrenbereich liegen auch die Deutsche Bundesbank, das Bürgerhospital und das Marienkrankenhaus, das Frankfurter Polizeipräsidium, der Hessische Rundfunk und der Palmengarten. Das Markuskrankenhaus ist entgegen erster Meldungen nicht von der Evakuierung betroffen. Auch der Nahverkehr wird betroffen sein. Weitere Infos hier.

Frank sprach von einem Großeinsatztag mit "riesigem logistischen Aufwand". Derzeit sei man mit Hochdruck dabei, die Lage zu planen. Wer in der Gefahrenzone wohne, dem empfahl Frank, am Sonntag besser einen Ausflug zu machen, bis die Entschärfung abgeschlossen sei.  

Bombenfund Frankfurt Karte
Im Radius von etwa 1,5 Kilometer um den Fundort der Bombe soll evakuiert werden. Bild © hessenschau.de

Die Polizei kündigte an, über die Webseiten und Social-Media-Kanäle der Frankfurter Polizei und der Feuerwehr über die Evakuierungsmaßnahmen zu informieren. Die Feuerwehr hat ein Bürgertelefon eingerichtet. Die Telefonnummer ist: 069-212111. Genaueres zur Evakuierung wollen Polizei und Feuerwehr am Donnerstagmittag bekanntgeben.

Die Bombe wurde durch Luftaufnahmen gefunden, es handele sich nicht um einen Zufallsfund, sagte Bennert vom Kampfmittelräumdienst hessenschau.de. Die Bombe sei zwei Meter lang mit einem Durchmesser von 76 Zentimetern - allerdings sei sie nicht mehr vollständig, ursprünglich sei sie länger gewesen.

Möglicherweise Luftverkehr betroffen

Ob die Bombenentschärfung Auswirkungen auf den Luftverkehr über Frankfurt hat, ist nach Angaben der Deutschen Flugsicherung in Langen noch unklar. Das hänge auch von den Windverhältnissen am Sonntag ab. Im Anflug auf den größten deutschen Flughafen überqueren Flugzeuge nur bei Ostwind das Gebiet über dem Fundort der Bombe. Bei Ostwind könnte der Flughafen also betroffen sein.

Als bisher größte Evakuierungsaktion der Nachkriegszeit galt eine Bombenentschärfung Ende 2016. Damals mussten in Augsburg rund 54.000 Menschen aus ihren Wohnungen. Im Mai dieses Jahres wurden in Hannover 50.000 Anwohner in Sicherheit gebracht, weil eine Weltkriegsbombe unschädlich gemacht werden musste.