Der Verdächtige in Handschellen in einem Polizeifahrzeug
Der Verdächtige bei der Fahrt zum Haftrichter Bild © Michael Seeboth (hr)

Ein Mann soll in Hanau seine 52 Jahre alte, von ihm getrennt lebende Frau erstochen haben. Zeugen hatten zuvor einen Streit des Ehepaars beobachtet. Motiv soll die "Familienehre" gewesen sein.

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Nach der Tötung seiner 52 Jahre alten Ehefrau sitzt ein 57-Jähriger seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Der Mann soll am Vorabend in der Hanauer Altstadt mit einem Messer auf offener Straße mehrfach auf die Frau eingestochen haben. Sie erlitt laut Staatsanwaltschaft massive Verletzungen am Oberkörper, an denen sie wenige Stunden später im Krankenhaus starb.

Passanten hatten am Mittwoch gegen 18.30 Uhr beobachtet, wie das Opfer und der mutmaßliche Täter im Bereich des Altstädter Marktes in Streit gerieten. Danach kam es zu den tödlichen Stichen, bei denen der Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein dolchartiges Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge eingesetzt haben soll. Ein Sprecher sprach von einem "erheblichen Gewaltausbruch".

"Familienehre" verletzt

Die Zeugen konnten den 57-Jährigen festhalten und alarmierten die Polizei. Eine Streife nahm den Verdächtigen fest. Er wurde am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete.

Der Behörde zufolge lebte das aus Afghanistan stammende Paar seit einiger Zeit getrennt. Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus. Der Mann habe durch die Trennung die "Familienehre" verletzt gesehen und deshalb seine Frau getötet.

Verdächtiger bestreitet tödliche Stiche

Vor dem Haftrichter wollte sich der Beschuldigte nicht äußern. In einer ersten Vernehmung hatte er erklärt, er habe seine Frau geschlagen, aber nicht zugestochen. Er habe sie nicht töten wollen.