Walnuss kurz vor dem Fall aus der Schale
Walnüsse: Lecker und gesund, aber für Autodächer potenziell gefährlich. Bild © picture-alliance/dpa

Was machen Walnüsse im Herbst? Richtig, sie fallen vom Baum. Das Amtsgericht Frankfurt entschied nun, dass Nüsse das auch tatsächlich dürfen. Eine Frau hatte geklagt, weil ihr Auto Schaden genommen hatte.

Gute Nachricht für Walnussbäume: Sie dürfen laut Urteil des Amtsgerichts Frankfurt im Herbst ihre Nüsse abwerfen.

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Aktenzeichen 32 C 365/17 (72)

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Der jährliche Fruchtfall sei auf "eine Gegebenheit der Natur zurückzuführen" und müsse hingenommen werden, heißt es in einem am Freitag veröffentlichten Urteil. Geklagt hatte eine Frau in Frankfurt, die von ihrem Nachbarn Schadenersatz haben wollte.

Von dessen Walnussbaum waren nämlich Nüsse auf das Auto der Klägerin gefallen. Der Wagen wurde dadurch an Motorhaube und Dach beschädigt. Insgesamt sei ein Sachschaden von 3.000 Euro entstanden.

"Allgemeines natürliches Lebensrisiko"

Das Gericht sah den Nachbarn jedoch nicht in der Pflicht: "Um eine Gefährdung durch herabfallende Früchte gänzlich auszuschließen, bliebe in der Konsequenz nur die Möglichkeit, entsprechende Früchte tragende Bäume ganz zurückzuschneiden oder mit Fangnetzen zu umhüllen", heißt es in der Urteilsbegründung. Dies sei jedoch unzumutbar und in Städten auch nicht wünschenswert.

In dem konkreten Fall ragten die Äste des Baumes 1,5 Meter auf das Nachbargrundstück, auf dem die Klägerin parkte. Der Nachbar hatte den Baum regelmäßig zurückgeschnitten.

Das rechtskräftige Urteil endet mit den Worten: "Wer unter einem Nussbaum parkt, trägt das allgemeine natürliche Lebensrisiko." Soll heißen: Im Herbst muss man damit rechnen, dass ein Nussbaum seine Nüsse verliert. Dies gilt im übrigen auch für Kastanienbäume.

Sendung: hr4, 26.01.2018, 16.30 Uhr