Eine Frau geht im Park spazieren.
Eine Frau geht an einem sonnigen Oktobertag im Kurpark von Bad Hersfeld spazieren. Bild © picture-alliance/dpa

Ein Wirbelsturm über dem Atlantik treibt warme Luft nach Hessen. Das sorgt für mehrere Tage mit spätsommerlichen Temperaturen - und freut nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen.

Nachdem sich der Sommer in diesem Jahr oft recht herbstlich angefühlt hat, wird das Wetter jetzt im Herbst nochmal etwas sommerlich: Temperaturen bis zu 22 Grad am Samstag und 23 Grad am Sonntag locken am Wochenende ins Freie.

Wie warm es wann wird, lässt sich noch nicht genau sagen. "Das ist eine Lotterie", sagt hr-Meteorologe Ingo Bertram. Grund ist der Nebel, der vor allem in den Niederungen vorherrscht, und den die Sonne erst im Tagesverlauf durchdringen kann. "Wer dem entgehen will: rauf auf die Berge", sagt Bertram. Denn in den Höhenlagen, ob Wasserkuppe oder Taunus, darf man sich auf Sonne satt freuen - und das bei durchaus angenehmen Werten von über 15 Grad.

Bis Mittwoch noch angenehm warm

Die warme Luft kommt von Hoch Tanja, das gerade über Deutschland liegt - und im Wechselspiel steht mit Hurrikan Ophelia, der südwestlich der Azoren über dem Atlantik wirbelt. Ophelia wird Bertrams Prognose zufolge in den kommenden Tagen weiter in Richtung Norden wandern und schließlich als Sturmtief über Irland hinwegfegen.

Bis mindestens Dienstag aber bleiben die Temperaturen in Hessen noch angenehm warm, sagt Bertram voraus, vielleicht auch länger. Für die Tage ab Mittwoch ist noch unklar, ob es zum Temperatursturz kommt oder es sogar zum Wochenende hin erneut etwas milder wird.

Auch für Tiere und Pflanzen ideal

Marienkäfer auf einer Löwenzahnblüte
Marienkäfer dürfen sich auf den Spätsommer freuen. Bild © Pixabay

Nicht nur die Menschen, auch die meisten Tiere freuen sich über die Temperaturen, berichtet Berthold Langenhorst vom Naturschutzbund (Nabu) Hessen. "Für Insekten wie Spinnen und Marienkäfer, aber auch für Säugetiere oder Fledermäuse ist das Wetter ideal." Sie könnten sich jetzt nochmal Futter zulegen für die kalten Tage.

Auch Zugvögel nutzen den Goldenen Oktober, sagt Langenhorst; die Kraniche etwa seien dieses Jahr zwei Wochen später in den Süden aufgebrochen als gewöhnlich. Ebenfalls noch unterwegs sind die Wespen - die sterben erst Anfang November ab, wenn die ersten Frostnächte kommen. Die Bäume nutzen die warmen Tage, um abzunadeln und das Laub abzuwerfen, und bereiten sich so auf den Winter vor.

Warmer Dezember birgt Gefahren

Kritisch für Tiere und Pflanzen wird es erst, wenn es im Dezember nochmal warm wird, nachdem der Bodenfrost schon da war, wie in den vergangenen Jahren um Weihnachten herum. Dann werden manche Tiere nochmal aktiv. Auch für Pflanzen ist das schlecht - Bäume etwa fangen dann eher an, Pilze zu bilden, berichtet Langenhorst.

Sendung: alle Wetter!, 13. Oktober 2017, 19.15 Uhr