Die Unfallstelle mit dem Klein-Lkw auf der A67 bei Rüsselsheim
Die Unfallstelle mit dem Klein-Lkw auf der A67 bei Rüsselsheim Bild © wiesbaden112

Fatale Entscheidung eines Lkw-Fahrers: Wegen eines Staus auf der A67 bei Rüsselsheim hat er gewendet und ist in falscher Richtung weitergefahren. Er krachte in zwei Autos. Drei Menschen starben.

Wie die Polizei am frühen Sonntagmorgen mitteilte, war der 34 Jahre alte Fahrer des Kleinlasters aus Polen am Samstagabend an der Anschlussstelle Rüsselsheim-Ost auf die A67 aufgefahren. Weil sich der Verkehr dort in Richtung Norden staute, wendete er seinen Kleinlaster und fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf der linken Spur in die entgegengesetzte Richtung.

Vor dem Rüsselsheimer Dreieck kam es dann gegen 20.30 Uhr zu dem verheerenden Unfall: Zwei Autos, die in korrekter Richtung fuhren, konnten nicht mehr rechtzeitig ausweichen und kollidierten mit dem Transporter, der sich daraufhin überschlug.

Drei Tote, fünf Verletzte

Die drei Insassen des ersten Wagens - ein 53 Jahre alter Mann und zwei 51 und 20 Jahre alte Frauen aus den Niederlanden - starben noch am Unfallort. Die vier Frauen aus dem zweiten Auto wurden leicht verletzt. Der 34-jährige Unfallverursacher wurde eingeklemmt und schwer verletzt. Er kam ebenfalls in ein Krankenhaus.

Dass der Fahrer an einem Stauende gewendet hatte, war zunächst unbekannt. "Es passiert manchmal, dass Autofahrer in Stausituationen mit Warnblinkanlage und auf dem Standstreifen rückwärts fahren. Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte ein Polizeisprecher. In der Folge des Unfalls überfuhren noch nachfolgende Fahrzeuge Trümmerteile, die sich auf beiden Richtungsfahrbahnen verteilt hatten. Hierbei blieb es bei Blechschäden.

A67 nach Norden bis in die Nacht gesperrt

Die Autobahn wurde wegen der Bergungsarbeiten in beiden Richtungen voll gesperrt. Im Lauf des Abends konnte sie in Richtung Süden bis auf die linke Spur freigegeben werden. Ein Unfallgutachter war vor Ort.

Die Sperrung der A67 in Richtung Norden dauerte noch bis kurz nach 3.30 Uhr in der Nacht zum Sonntag. Den Gesamtschaden bezifferte die Polizei auf knapp 90.000 Euro.

Sendung: hr-iNFO, 23.09.2017, 23 Uhr