Eine Lufthansa-Maschine wird am Sonntag auf dem Vorfeld in Frankfurt enteist.
Eine Lufthansa-Maschine wird am Sonntag auf dem Vorfeld in Frankfurt enteist. Bild © picture-alliance/dpa

Frostige Stimmung zwischen Lufthansa und dem Frankfurter Flughafen nach dem Schnee-Sonntag mit vielen Flugausfällen: Betreiber Fraport habe nicht ausreichend geräumt, beklagt die Fluglinie - nicht zum ersten Mal.

Am Sonntag waren wegen des Schneefalls mehr als 250 Flüge am Frankfurter Flughafen ausgefallen, einige Passagiere mussten am Flughafen übernachten. Auch am Montag wurden wegen des Durcheinanders vom Vortag noch 50 Verbindungen abgesagt. Nach Ansicht der Lufthansa hätten viele Passagiere allerdings durchaus abheben können, wäre Betreiber Fraport besser auf die ersten Flocken des Winters vorbereitet gewesen.

Ein Vorstandsmitglied der Fluggesellschaft zeigte sich am Montag bei einer Veranstaltung verärgert über den Betreiber. Fraport sei nicht ausreichend auf den angekündigten Schneefall vorbereitet gewesen, sagte der Manager hr-iNFO und kritisierte vor allem die Personalplanung für die Räumdienste.

Fraport weist Kritik zurück

Fraport weist die Kritik zurück. Alle Mitarbeiter des Räumdienstes seien im Einsatz gewesen. Die Enteisung und das Räumen des Schnees sei eine Voraussetzung für einen sicheren Flugbetrieb. Da liege es in der Natur der Sache, dass es zu Verzögerungen kommen könne, erklärte der Betreiber.

Es ist nicht das erste Mal, dass Fraport wegen des Winterdienstes in der Kritik steht. So hatte Lufthansa im Winter 2010/2011 eine zu schleppende Enteisung kritisiert, der Flughafen dagegen den Fluglinien Versäumnisse vorgeworfen. Im anschließenden Winter hatte Fraport dann auch wegen der "Erfahrungen aus den zum Teil sehr schneereichen Vorjahren" personell und technisch deutlich aufgestockt - und dies auch offensiv öffentlich so dargestellt.

Nach Angaben in einem Fraport-Infoblatt arbeiten in diesem Winter 1.180 Mitarbeiter im Winterdienst. Die Räum- und Enteisungsflotte umfasst 377 Fahrzeuge. Bei anhaltendem Schneefall über sechs Stunden beträgt demnach die Räumzeit für eine Start- oder Landebahn 45 bis 60 Minuten.

Zuletzt Streit über Rabatte

Lufthansa und Fraport hatten sich zuletzt über die Rabatte für den Billigflieger Ryanair tief zerstritten. Mitte des Jahres unterschrieben dann auch auf Betreiben der Landespolitik beide Seiten eine Vereinbarung über eine wieder bessere Zusammenarbeit.

Sendung: hr-iNFO, 04.12.2017, 19.00 Uhr