Pflegerin schiebt Heimbewohner im Rollstuhl
Pflegeheim (Archivbild) Bild © Imago

In einem Frankfurter Pflegeheim soll eine 74 Jahre alte demente Bewohnerin sexuell missbraucht worden sein. Der Heim-Betreiber spricht von einem Einzelfall.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Pflegehelfer soll demente Frau missbraucht haben

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Ein Frankfurter Altenpflegehelfer steht im Verdacht, eine demente Pflegeheimbewohnerin sexuell missbraucht zu haben. Wie die Frankfurter Staatsanwaltschaft auf Anfrage von hr-iNFO bestätigte, wird gegen den 56-Jährigen ermittelt. Der Mann soll im Juni dieses Jahres im Raucherraum des Sozial- und Rehazentrums West in Frankfurt-Rödelheim einer 74 Jahre alten Bewohnerin ohne erkennbaren Grund beide Brüste massiert und einen Klaps auf den Po gegeben haben.

Laut Staatsanwaltschaft gab es zwei Zeugen. Einer von ihnen, ein Auszubildender des Pflegeheims, habe den Vorfall zwei Tage später der Heimleitung gemeldet. Der Verdächtige soll die Tat in internen Ermittlungen des Heims zunächst als medizinische Untersuchung erklärt haben. In den polizeilichen Vernehmungen wiederholte er dies aber nicht. Die Betroffene konnte sich wegen ihrer Demenz nicht zu dem Vorfall äußern.

Verdächtigem wurde gekündigt

Der Heimbetreiber, der Frankfurter Verband, sprach von einem bestürzenden Verdachtsfall. "Wir konnten es uns erstmal nicht vorstellen, dass es so war", sagte Verbandsvorstand Frédéric Lauscher hr-iNFO. Nach Gesprächen mit den Zeugen und dem Verdächtigen habe man aber sofort reagiert.

Der Verdächtige sei zunächst freigestellt worden, inzwischen habe man sich endgültig von ihm getrennt. Man habe eine Verdachtskündigung ausgesprochen. Diese ermöglicht eine Trennung bei Verdacht eines schweren Fehlverhaltens eines Arbeitnehmers. Grundsätzliche Mängel, etwa bei der Personalauswahl, sieht Lauscher nicht. Alle Mitarbeiter würden geschult und müssten regelmäßig das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis vorlegen.