Ein Stapel Akten
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Ein Vierteljahrhundert nach der Tat muss sich ein schwedischer Rechtsextremist in Frankfurt wegen Mordes verantworten. Der als "Lasermann" bekannte Täter soll im Westend eine Garderobenfrau erschossen haben.

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Der heute 63-jährige Schwede hat nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Frankfurt im Februar 1992 eine Garderobenfrau auf offener Straße erschossen und ausgeraubt. Laut einer Mitteilung vom Dienstag erhob sie nun Anklage wegen Mordes aus Habgier und Heimtücke. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Der lange Zeitraum zwischen Tat und Anklage erklärt sich so: Ebenfalls 1989 wurde der Beschuldigte wegen eines in Stockholm verübten Banküberfalls und wegen Schüssen auf mehrere Migranten festgenommen. 1995 wurde er dort wegen Mordes und schweren Raubs zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Weil er bei einer der Taten ein Gewehr mit Laser-Zielvorrichtung benutzte, gab ihm die schwedische Presse den Namen "Lasermann".

Anklage sieht kein rassistisches Motiv für Frankfurter Tat

Zwar geriet der Mann damals schnell in Verdacht, im Frankfurter Kettenhofweg die Garderobiere auf ihrem Heimweg von einem Hotel per Kopfschuss aus nächster Nähe getötet und ihre Handtasche geraubt zu haben. Er vermutete darin sein elektronisches Notizbuch, von dem er annahm, dass die 68-Jährige es ihm Tage zuvor aus der Manteltasche gestohlen habe. Doch weil er in schwedischer Haft keine Aussage zum Frankfurter Fall machte, wurde das Verfahren vorläufig eingestellt.

Das änderte sich jedoch zuletzt. Der Mann erklärte sich zu einer Aussage bereit, woraufhin er zunächst in Stockholm vernommen und Ende 2016 nach Deutschland ausgeliefert wurde. Seitdem sitzt er dort in Untersuchungshaft.

In Schweden hatte er aus Fremdenhass auf elf Migranten geschossen. Dem Frankfurter Fall liegt nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft jedoch kein rassistisches Motiv zugrunde - wenngleich die Garderobenfrau Jüdin war.