Goethetrum Reax
Frankfurts OB Peter Feldmann bei einer Pk am in der Nacht abgebrannten Goetheturm. Bild © Imago/picture-alliance/dpa (Montage: hr)

Frankfurt hat mit dem Goetheturm eines seiner Wahrzeichen verloren. Stadt, Anwohner und Politiker zeigen sich betroffen und sind sich einig: Der Holzturm muss wieder aufgebaut werden.

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Horst Ducat kann es immer noch nicht fassen. Er steht wenige Meter von den qualmenden Überresten entfernt, die einmal der Goetheturm waren. Ein Feuer hat das über 80 Jahre alte Wahrzeichen in der Nacht zum Donnerstag zerstört. "Ich bin in Sachsenhausen geboren und aufgewachsen", erzählt der 80-Jährige mit bebender Stimme. "Ich war schon als kleiner Junge hier. Wie oft sind wir den Goetheturm hoch und runter geklettert."

Goetheturm Reax
Betroffen und stinksauer: Ur-Sachsenhäuser Horst Ducat. Bild © Sonja Fouraté (hr)

Als er dann selbst Kinder hatte, war der Goetheturm deren Lieblingsspielplatz: "Meine Tochter hat mich heute morgen aus Bielefeld angerufen", sagt Ducat. "Sie hatte es im Radio gehört und konnte es nicht glauben. Was für ein Verlust." Ein paar Meter weiter sagt ein kleiner Junge zu seinen Eltern: "Ich habe heute Morgen auf jeden Fall geweint."

"Frankfurter mitten ins Herz getroffen"

Trauer und Betroffenheit macht sich bei den Frankfurtern nach der Zerstörung ihres Wahrzeichens im Wald breit. Das Feuer hat "alle Frankfurter mitten ins Herz getroffen", sagt Rainer Vollweiter vom Umweltdezernat und Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) stellt fest: "Die Menschen in der ganzen Stadt sind wütend."

Weitere Informationen

Spendenkonten für den Wiederaufbau

Die Stadt Frankfurt hat kurzfristig zwei Spendenkonten für den Wiederaufbau eingerichtet:

Nassauische Sparkasse, Kontoinhaber: Stadt Frankfurt,
IBAN: DE 46 5105 0015 0140 3028 60, Stichwort: Goetheturm

Frankfurter Sparkasse
IBAN: DE55 5005 0201 0200 6525 75, Stichwort: Wiederaufbau Goetheturm

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Wut und Fassungslosigkeit treibt auch die Stadtverordnete Birgit Ross (Grüne) um, die ebenfalls aus Sachsenhausen stammt: "Der Goetheturm steht für so viel: Hier wurde gespielt, gegessen, geküsst, geweint, es gab Liebesschwüre, Heiratsanträge - für all das stand der Goetheturm. Und jetzt ist er weg", sagt sie bei der Besichtigung der Brandstelle.

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Weitere Reaktionen zum Brand:

  • Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD)

Oberbürgermeister Peter Feldmann zeigt sich betroffen: "Der Goetheturm war ein Wahrzeichen, mit dem die Kinder dieser Stadt groß werden." Der Verlust mache "die Menschen in der ganzen Stadt wütend. Ich werde Stadtrat Schneider voll dabei unterstützen, dass der Goetheturm sofort wieder aufgebaut wird. Der Goetheturm ist eines der Wahrzeichen unserer Stadt. Wir werden die Mittel dafür umgehend bereitstellen", sagte das Stadtoberhaupt bei dem Rundgang an der Brandstelle.

  • Baudezernent Jan Schneider (CDU)

Angesprochener Stadtrat Jan Schneider will möglichst schnell die Planungen für den Wiederaufbau aufnehmen. "Auch wenn wir zurzeit mit Schulen, Kindertagesstätten und anderen städtischen Gebäuden alle Hände voll zu tun haben - spätestens morgen sollte das Hochbauamt mit den Planungen für den Wiederaufbau beginnen. Ich hoffe, das es hierfür eine breite politische Mehrheit geben wird." Allerdings könnte ein Wiederaufbau aufgrund neuer Baurichtlinien "nicht mehr eins zu eins möglich sein". Für die bis 2014 dauernde Sanierung des bestehenden Turms hätten andere Richtlinien gegolten, sagte Schneider.

  • Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne)

"Das ist ein echter Alptraum und richtig bitter. Wer steckt ein Identifikationssymbol der Frankfurter in Brand?", zeigte sich Umweltdezernentin Rosemarie Heilig fassungslos.

  • Feuerwehrdezernent Markus Frank (CDU)

Stadtrat Markus Frank begreift den "traurigen Anlass" auch als Chance. Jetzt könne man den Turm im Sinne der Barrierefreiheit wieder aufbauen, sagte er bei bei einer Pressekonferenz an der Brandstelle.

  • Städtisches Umweltdezernat

Ähnliche Signale kommen aus dem Umweltdezernat, das für den Turm zuständig ist. "Das hat alle Frankfurter mitten ins Herz getroffen", sagte Dezernats-Sprecher Rainer Vollweiter hessenschau.de. "Man ist kein richtiger Frankfurter, wenn man nicht einmal auf dem Goetheturm war."

  • Nicola Beer (FDP)

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer forderte auf Twitter einen Runden Tisch mit Stadt und Bürgern. "Lasst uns den Goetheturm wieder aufbauen", schrieb die hessische Spitzenkandidatin und künftige Bundestagsabgeordnete.

Ihre Kommentare Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Goetheturm?

224 Kommentare

  • Guten Abend!

    Als Kinder sind wir öfter mit dem Fahrrad von Neu -Isenburg aus durch den Statdtwald zum Götheturm gefahren. Später sind wir dann nicht mehr so weit gekommen, weil dann der Monte Scherbelino interesanter war.

    Schönen Gruß
    Peter Häberle

  • Tolle Erinnerungen und viele Bilder gemacht , von und auf dem Turm. Jetzt kommt bald eine Postkarte raus vom Turm , die man bald , in Verbindung mit eine Spende angeboten wird.

    Um mal eine Kletterpause zu machen habe ich oft auf den Sitzbänke gesessen und die Ruhe und wunderbare Blicke genossen

  • ...ich bin 1968 in Frankfurt am Main geboren und aufgewachsen. Der Goethe-Turm war ein häufiges Ausflugsziel der Familie. Ich habe diesen zuletzt vor zwei Jahren in Verbindung mit einer Fahrradtour besucht und alleine der Anblick dieses Bauwerks hat mich wieder ehrfürchtig werden lassen und mich weit in meine Vergangenheit bzw. Kindheit versetzt.
    Ich bin zutiefst erschüttert über dieses Verbrechen und obwohl ich jetzt in Bad Vilbel wohne, bin und bleibe ich im Herzen Frankfurter, und ich werde meinen kleinen Beitrag in Form einer Spende mit dazu beitragen, dass der Turm wieder aufgebaut wird.

    Auch wenn es dann nicht mehr unser "alter" ist und ein neuer Turm entsteht, wie auch beim Henninger-Turm......ein bisschen Wehmut wird bleiben.

    Liebe Grüße von mir

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