Ein Justizbeamter im Landgericht Limburg.
Ein Justizbeamter im Landgericht Limburg. Bild © picture-alliance/dpa

Der Limburger Babymord-Prozess könnte vor einer Wende stehen: Mit neuen Beweisanträgen möchte die Verteidigung Zweifel an der Version der Angeklagten zerstreuen.

Der sogenannte Babymord-Prozess am Limburger Landgericht zieht sich hin. Angeklagt ist eine 23-jährige Frau aus Waldsolms (Lahn-Dill-Kreis), die im Dezember 2015 ihr Neugeborenes ermordet haben soll - laut Anklage, weil sie die Annehmlichkeiten ihres damaligen Lebens nicht aufgeben wollte.

Allerdings bestreitet die Angeklagte den Vorwurf, und es wurde nie eine Leiche gefunden. Im Verhör durch die Polizei hatte die 23-Jährige erklärt, das Baby kurz nach der Geburt dem mutmaßlichen Vater des Kindes, einem Mann mit Spitznamen "JayJay", gegeben zu haben, und der habe den Säugling in sein Heimatland Albanien mitgenommen.

Rätselraten um "JayJay"

Diese Erzählung gilt den Anklagevertretern bislang als wenig glaubwürdig, konnten doch trotz wochenlanger Suche Staatsanwaltschaft und Polizei weder im In- noch im Ausland besagten "JayJay" ausfindig machen. Man zweifelte, dass der Mann überhaupt existiert - auch, weil sich die Frau bei ihrer Aussage in Widersprüche verwickelt habe.

Doch nun könnte es eine Wende geben: Am Montag beantragten die Anwälte der Frau, einen Zeugen zu laden, der mit einem Mann namens "JayJay" einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben will. Dieser "JayJay" soll sich erfreut darüber geäußert haben, bald Vater zu werden. Diese neuen Beweisanträge der Verteidigung könnten für Spannung sorgen. Der nächste Verhandlungstag ist Mitte Juni, dann sollen noch weitere Zeugen gehört werden.