Unfallstelle mit Einsatzkräften und mehreren Autowracks
An dem Unfall waren drei Fahrzeuge beteiligt. Bild © Michael Seeboth (hr)

Ein Geisterfahrer hat auf der A66 bei Langenselbold einen Unfall mit mehreren Verletzten verursacht, darunter befinden sich auch Kinder. Zuvor hatte es an einem anderen Streckenabschnitt der Autobahn bereits zwei Mal gekracht.

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Ein 83 Jahre alter Autofahrer war am Sonntag bei Erlensee (Main-Kinzig) falsch auf die A66 aufgefahren, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. An der Anschlussstelle Langenselbold konnte eine 34-Jährige, in deren Wagen noch zwei acht und neun Jahre alte Kinder saßen, dem auf ihrer Spur entgegenkommenden Auto nicht mehr ausweichen und stieß mit ihm zusammen. Eine 29-Jährige wiederum fuhr mit ihrem Wagen in das Auto der 34-Jährigen.

Polizei: "Schilder nicht zu übersehen"

Während der mutmaßliche Unfallverursacher schwer verletzt wurde, erlitten seine zwei Jahre ältere Beifahrerin sowie die übrigen Unfallbeteiligten leichte Verletzungen. Alle sechs kamen in Krankenhäuser. Die Autobahn war in Fahrtrichtung Frankfurt etwa eine Stunde gesperrt. Es bildete sich ein mehrere Kilometer langer Stau.

Den Schaden schätzten die Beamten auf 24.000 Euro. Weshalb der Mann falsch auf die Autobahn auffuhr, ist unklar. Der Sprecherin zufolge befindet sich an der Anschlussstelle Erlensee eine Baustelle. Die Beschilderung dort sei jedoch eindeutig und nicht zu übersehen.

Frau und Kindersitz aus Auto geschleudert

Bereits am Samstagabend hatte eine 36 Jahre alte Autofahrerin auf der A66 die Kontrolle über ihren Pkw verloren. Der Wagen rutschte zwischen Schlüchtern-Nord und Flieden (Kreis Fulda) auf regennasser Fahrbahn in die seitliche Leitplanke. Die Fahrerin flog durch die Windschutzscheibe, etwa 30 Meter weit. Die Polizei vermutet, dass sie nicht angeschnallt war.

Mit schwersten Verletzungen kam die Frau ins Klinikum Fulda, wie die Polizei am Sonntag weiter berichtete. Am Wagen entstand Totalschaden.

Ebenfalls aus dem Fahrzeug geschleudert wurde ein Kindersitz samt Babyschnullern, was zunächst zu großer Aufregung bei den Einsatzkräften und einer Suche nach einem Kleinkind rund um die Unfallstelle führte. Ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Es stellte sich jedoch heraus, dass sich das Baby zu Hause bei seinem Vater befand und die Frau allein unterwegs war.

Auto kommt von nasser Fahrbahn ab

Kurz nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte rauschte an der Unfallstelle ein weiterer Pkw über die regennasse Fahrbahn hinaus und etwa 50 Meter lang durch den Flutgraben, wo er sich drehte. Am Steuer saß ein 47-Jähriger. Er kam ins Krankenhaus Schlüchtern. Auf dem Beifahrersitz wurde sein 73 Jahre alter Vater eingeklemmt. Nach seiner Befreiung durch die Feuerwehr kam er ins Klinikum Fulda.

Auch an diesem Wagen entstand Totalschaden. Die Polizei gab den Gesamtschaden bei diesen beiden Unfällen mit rund 100.000 Euro an. Zu größeren Verkehrsbehinderungen während der Bergungsmaßnahmen kam es trotz Verengung der Autobahn auf eine Spur in Richtung Fulda nicht.

Sendung: YouFM, 22.10.2017, 8.00 Uhr