Der Angeklagte im Gerichtssal in Limburg am Freitag.
Der Angeklagte im Gerichtssal in Limburg am Freitag. Bild © Lisa Will

Jahrelang wurde die Auslieferung eines Mannes aus Pakistan verhandelt. Nun steht der 47-Jährige in Limburg vor Gericht. Er soll vor 15 Jahren seine Lebensgefährtin mit einem Messer getötet haben.

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Mord verjährt nicht. Nach 15 Jahren begann am Freitag vor dem Limburger Landgericht der Prozess gegen einen 47 Jahre alten Pakistaner. Die Anklage wirft ihm vor, im Jahr 2002 in Limburg seine Lebensgefährtin "heimtückisch getötet" zu haben. Er soll ihr ein Messer in den Rücken gerammt haben. Die Frau erstickte anschließend an ihrem Erbrochenen. Der Mann flüchtete und verschwand spurlos.

Auslieferung verzögerte sich jahrelang

Das Bundeskriminalamt konnte ihn Monate später in seinem Heimatland Pakistan ausfindig machen. Dann begann das, was der Staatsanwalt beim Prozessauftakt eine "lange diplomatische Leiter" nannte. Am Ende wurde der Tatverdächtige im April dieses Jahres von Pakistan an Deutschland ausgeliefert - 15 Jahre nach der Tat, die er begangen haben soll. Bundesweit ist laut Staatsanwaltschaft überhaupt nur ein einziger weiterer Fall bekannt, in dem ein Verdächtiger aus der Islamischen Republik Pakistan nach Deutschland ausgeliefert wurde.

Zu Verhandlungsbeginn verweigerte der Mann die Aussage. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es in der Beziehung des Paares schon häufiger zu Streit und Handgreiflichkeiten gekommen sein soll. In der Anklage heißt es, der Mann habe bei der Messerattacke den Tod seiner Lebensgefährtin zumindest "billigend in Kauf genommen".