Polarwölfin Ayla im Wildpark Hanau
Polarwölfin Ayla im Wildpark Hanau Bild © picture-alliance/dpa

Der Wildpark Hanau trauert um Polarwölfin Ayla. Das weiße Raubtier hatte 14 Jahre lang in der Fasanerie gelebt. Jetzt ist ihr Artgenosse Scott dort allein.

Das beliebte Wolfsheulen im Wildpark Alte Fasanerie in Hanau gab es bereits seit Mai dieses Jahres nicht mehr. Jetzt ist Polarwölfin Ayla im Alter von 14 Jahren einen Tag vor Weihnachten gestorben. Das teilte die wildbiologische Leiterin des Parks, Marion Ebel, am Mittwoch mit.

Ayla hätte am Samstag an ihrer lädierten Pfote operiert werden sollen, die sie trotz Schmerzmitteln seit Tagen nicht mehr aufsetzen konnte. Doch auf dem Weg zur Operation hörte das Herz der alten Wölfin auf zu schlagen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. "Ayla ging es schon seit längerem nicht mehr richtig gut." Das Alter habe dem Tier schwer zugesetzt, erklärte Ebel.

Mit den Wölfen gelebt

Die promovierte Verhaltensforscherin hatte die damals wenige Tage alte Ayla sowie ihre Artgenossen Scott und Khan mit der Milchflasche aufgezogen. Sie lebte mit den Tieren in einem Bauwagen auf dem Gelände des Wolfsgeheges.

Khan starb bereits im Jahr 2015. Damit bleibt aus dem Rudel nur noch Scott übrig. Auch er ist schon lange krank und muss jetzt auch noch mit der Einsamkeit klarkommen. Das sei für ein Rudeltier besonders schlimm, sagte Ebel. Schon im Oktober hatte die Wildbiologin vermutet, dass die verbliebenen alten Polarwölfe diesen Winter wohl nicht überleben würden.

Das kleine Rudel war bei Besuchern besonders beliebt. Tausende Menschen kamen regelmäßig in den Wildpark, um das berühmte Wolfsheulen der Tiere zu hören.

Sendung: hr4, 27.12.2017, 06.30 Uhr