Crackpfeife wird angezündet
Crack wird in Pfeifen geraucht. Bild © picture-alliance/dpa

Einer Sondereinheit der Frankfurter Polizei ist ein Schlag gegen die Crack-Szene im Bahnhofsviertel gelungen. Sie hob in Flörsheim die Produktionsstätte eines Dealer-Rings aus und nahm mehrere Personen fest.

Dem Zugriff vom Freitag waren umfangreiche Ermittlungen vorausgegangen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Demnach wurden durch die "Besondere Aufbauorganisation Bahnhofsviertel" (BAO) vier mutmaßliche Drogenhändler im Alter von 29 bis 43 Jahren festgenommen.

Crack-Zentrale in Flörsheim

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Modedroge Crack

Crack wird aus Kokainsalz hergestellt und in speziellen Pfeifen geraucht. Es wirkt innerhalb von Sekunden und macht sehr schnell abhängig. Die Wirkung ist stärker als bei herkömmlichem Kokain. In der letzten Zeit hat sich Crack in der Drogenszene immer mehr durchgesetzt.

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Im Anschluss durchsuchte die Polizei mehrere Wohnungen und eine Gartenhütte. In einer Wohnung in Flörsheim (Main-Taunus) stellten die Verdächtigen den Ermittlungen zufolge das Crack her, das sie im Frankfurter Bahnhofsviertel verkauften. Nach Frankfurt sei es über Zwischenlager oder im Mund der Dealer transportiert worden.

Die Beamten fanden vor Ort rund 100 Gramm Crack, was etwa 1.000 Konsumeinheiten entsprechen soll. Außerdem stellten die Ermittler etwa 150 Gramm Kokain, mehr als 20 Gramm Heroin, 300 Gramm Amphetamine sowie Streckmittel sicher. Allein der Straßenverkaufswert des Cracks betrage etwa 10.000 Euro. Hinzu kommen noch mehrere tausend Euro für die anderen Drogen.

Im Zuge der Durchsuchungen wurde ein weiterer Mann wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsrecht festgenommen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand gehört er nicht zu der Dealer-Gruppe. Alle Festgenommenen kam in Untersuchungshaft.

Schon über 3.000 Strafanzeigen

Die rund 100 Mann starke BAO wurde im November 2016 gegründet und soll die ausufernde Drogen-Kriminalität im Frankfurter Bahnhofsviertel bekämpfen. In den ersten sechs Monaten leistete sie rund 100.000 Einsatzstunden. Dabei wurden 29.000 Personen kontrolliert und 3.100 Strafanzeigen gefertigt.

Vor rund einer Woche führten verdeckte Ermittlungen auf die Spur eines 65-Jährigen, der im Bahnhofsviertel in großem Stil gedealt haben soll. Auch er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Sendung: hr-iNFO, 17. Juli 2017, 17 Uhr