Zwei beschädigte Wagen stehen bei Groß-Gerau am Straßenrand, eine Polizistin wurde bei der Unfallaufnahme von einem Auto erfasst und starb im Krankenhaus.
Zwei beschädigte Wagen stehen bei Groß-Gerau am Straßenrand, eine Polizistin wurde bei der Unfallaufnahme von einem Auto erfasst und starb im Krankenhaus. Bild © picture-alliance/dpa

Die Polizei in Hessen trauert um die bei einem Unfall bei Groß-Gerau tödlich verletzte Beamtin. Die Streifenwagen sollen Trauerflor tragen. Innenminister Beuth will sich in einem Schreiben an die Familie der 25-Jährigen wenden.

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Die Polizei in Südhessen ist schockiert vom Unfall-Tod der Kollegin. "Wir sind tief betroffen", schrieben die Beamten am Dienstag auf Twitter, das Profilbild trägt Trauerflor. "Der Familie, den Angehörigen und allen Kollegen wünschen wir viel Kraft und Liebe in dieser schweren Zeit", heißt es weiter. Andere Polizeipräsidien in Hessen und bundesweit bekundeten ihre Anteilnahme.

Innenminister Peter Beuth (CDU) habe seine Bestürzung und Anteilnahme in einem Schreiben an alle hessischen Polizistinnen und Polizisten ausgedrückt, sagte sein Sprecher zu hessenschau.de. "Er wird zudem seine Anteilnahme in einem persönlichen Schreiben an die Familie der Verstorbenen zum Ausdruck bringen." An den Polizeiautos soll ein Trauerflor an die 25 Jahre alte Beamtin erinnern.

Wir sind tief betroffen über den Tod unserer jungen Kollegin! Der Familie, den Angehörigen und allen Kollegen wünschen wir viel Kraft und Liebe in dieser schweren Zeit! https://t.co/unONwDqt0z

Die Beamtin war am späten Montagabend im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen gestorben, wie die Polizei in der Nacht mitgeteilt hatte. Die 25-Jährige war zuvor zu einem Einsatz auf der B44 zwischen Mörfelden und Groß-Gerau gerufen worden, um einen Wildunfall aufzunehmen. Dabei wurde sie 30 Minuten später von einem Auto erfasst. Der 62 Jahre alte Autofahrer wurde leicht verletzt und erlitt einen Schock.

Der genaue Hergang des Unfalls wird noch ermittelt. Inzwischen stehe fest, dass Alkohol bei dem Unfall keine Rolle gespielt habe, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmittag.

Keine ähnlichen Fälle bekannt

Ein solches Unglück komme selten vor, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Hessen, Andreas Grün. Trotz bester Schulung könne das aber passieren, hauptsächlich auf Autobahnen. Aus dem aktuellen oder vergangenen Jahr sei ihm jedoch kein weiterer Fall in Hessen bekannt.

Auch das Innenministerium in Wiesbaden sprach von einem seltenen Geschehen. Zahlen, wie häufig Polizisten bei Verkehrsunfällen verunglücken, lägen nicht vor, sagte der Sprecher. Wie sich die Beamten bei Unfallaufnahmen verhalten sollten, sei Bestandteil der Ausbildung.

Anteilnahme in ganz Deutschland

Auch über die Landesgrenze hinaus löste der Unfall Betroffenheit aus. Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern teilte mit, Fahrzeuge und Boote trügen ab sofort Trauerflor und Trauerbeflaggung.

"Obwohl uns allen natürlich das enorm hohe Risiko als Polizist und die besonderen Gefahren bewusst sind, ist es dennoch furchtbar, solchen Unfällen relativ hilflos gegenüber zu stehen", sagte der Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, Lorenz Caffier (CDU).

Sendung: hr-iNFO, 19.12.2017, 6.00 Uhr