Beamte der Bundespolizei im Frankfurter Hauptbahnhof
Beamte der Bundespolizei im Frankfurter Hauptbahnhof. Bild © picture-alliance/dpa

Die Bundespolizei hat eine weitgehend positive Bilanz der Silvesternacht im Frankfurter Hauptbahnhof gezogen. Trotz der hohen Präsenz von Beamten konnten Straftaten aber nicht komplett verhindert werden.

Im Frankfurter Hauptbahnhof wurden in der Silvesternacht 30 Straftaten verzeichnet. Hauptsächlich habe es sich um Körperverletzungen durch Schlägereien sowie um Drogendelikte und Schwarzfahren gehandelt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei dem hr am Dienstag. Insgesamt seien 100 Platzverweise ausgesprochen worden.

Weitere Straftaten seien durch die Präsenz von etwa 150 Beamten verhindert worden. Der Sprecher sagte, die Bundespolizei habe nicht alles verhindern können. Wäre sie nicht so breit aufgestellt gewesen, wäre aber vermutlich mehr passiert.

Reisende betrunken und aggressiv

Viele der insgesamt knapp 1.900 Asylbewerber, die mit Zügen aus Fulda, Gießen, Darmstadt und Heidelberg nach Frankfurt gekommen seien, habe man kontrolliert. Die Flüchtlinge stammten den Angaben zufolge hauptsächlich aus Nordafrika, arabischen Staaten und Afghanistan. Gezielte Kontrollen aufgrund äußerlicher Herkunftsmerkmale habe es nicht gegeben, betonte der Sprecher der Bundespolizei.

"Wir haben hauptsächlich bei ankommenden Zügen auf das Verhalten der Reisenden geschaut", sagte er. "Wenn Personen alkoholbedingt aggressiv aufgetreten sind, gab es entsprechende Kontrollen." Es habe insgesamt rund 220 Identitätsfeststellungen gegeben, da sich einige Männer "streitlustig" verhalten hätten.

Frankfurt feiert überwiegend friedlich

In der Frankfurter Innenstadt hatten tausende Menschen das neue Jahr nach Angaben der Polizei "überwiegend friedlich" begrüßt. Rund 5.000 Menschen fanden in einem eigens eingerichteten Sicherheitsbereich in der Innenstadt Einlass. Dort wurden einige Platzverweise ausgesprochen, weil trotz Verbots Feuerwerkskörper hineingeschmuggelt worden waren. Zudem wurden fünf Verdächtige festgenommen, die eine junge Frau begrabscht haben sollen.

Rund 600 Beamte waren an Silvester zusätzlich in Frankfurt im Einsatz. In der Stadt wurde erstmals ein neues Sicherheitskonzept umgesetzt, nachdem es im Vorjahr zu mehr als 60 Übergriffen auf Frauen und Mädchen gekommen war.

Kein "Racial Profiling"

Auch das Innenministerium in Wiesbaden dementierte am Dienstag sogenanntes Racial Profiling, also gezielte Polizeikontrollen aufgrund äußerer Erscheinungsmerkmale während der Silvesternacht. Ein solches Vorgehen sei "rechtswidrig und wird auch deshalb bei der hessischen Polizei nicht praktiziert", sagte ein Ministeriumssprecher. Nach dem Polizeieinsatz in Köln in der Silvesternacht hatte es eine Debatte über das Vorgehen der Ordnungskräfte gegeben.