Der Angeklagte (l.; im Bensheimer Gerichtssaal), Designer Harald Glööckler
Der Angeklagte (l.; im Bensheimer Gerichtssaal), Designer Harald Glööckler Bild © picture-alliance/dpa

Eigentlich sollten zwei Panzer zu einer Kunstaktion von Designer Harald Glööckler werden. Nun steht ein Mann deswegen vor dem Amtsgericht in Bensheim.

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Ein 49 Jahre alter Mann soll ohne Genehmigung zwei Panzer für ein Kunstprojekt mit Designer Harald Glööckler aus Großbritannien nach Deutschland gebracht haben. Der Importeur aus Lautertal (Odenwald) muss sich wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz seit Mittwoch vor dem Amtsgericht Bensheim (Bergstraße) verantworten.

Nicht ausreichend demilitarisiert

Sein Verteidiger sagte zu Prozessbeginn, der 49-Jährige habe nicht gewusst, dass er gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen habe. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, die Panzer auf das Gelände seiner Firma gebracht zu haben, ohne dass sie ausreichend demilitarisiert gewesen seien.

Abfotografiertes Bild mit einem bunt bemalten Panzer.
Das abfotografierte Bild zeigt einen vom Designer Harald Glööckler für ein Kunstprojekt bunt bemalten Panzer. Bild © picture-alliance/dpa

Er habe "die tatsächliche Gewalt über Kriegswaffen ohne Genehmigung" besessen, so die Anklage. Die Kettenfahrzeuge konnten zwar nicht schießen, für einen legalen Handel hätten aber unter anderem die Panzerwannen entfernt werden müssen, die die Kampffahrzeuge gegen Handfeuerwaffen und Artilleriesplitter schützen.

Glööckler mit Gerichtsverfahren nichts zu tun

Die Einfuhr habe funktioniert, "ohne dass es ein Problem beim Zoll gab", erklärte indes der Anwalt des Angeklagten. Beide Panzer seien nicht zum Gefecht gebaut gewesen, sondern mit Schaufeln zur Bergung von Hindernissen gedacht.

Laut Anklage kaufte der Mann die Bergepanzer 2013 für eine Kunstaktion von Glööckler in Berlin. Dort sollen die Panzer auch angekommen sein. Glööckler hatte geplant, die beiden Militärfahrzeuge als "Kunst gegen den Krieg" umzugestalten und zu versteigern. Versteigert oder ausgestellt wurden die Panzer bislang allerdings nicht. Glööckler hat den Angaben zufolge mit dem Verfahren selbst nichts zu tun - gegen ihn gebe es keinen Vorwurf.

Prozess vertagt

Für den Prozess gegen den Importeur war ursprünglich nur ein Verhandlungstag angesetzt gewesen. Da aber ein Zeuge am Mittwoch nicht erschienen war, soll das Verfahren nun am 11. Dezember mit diesem fortgesetzt werden. Laut Anklage droht dem Importeur eine Strafe von mindestens einem Jahr Haft.