Katwarn Übung Probe-Alarm Polizei
Erst warnte die Polizei, dann entwarnte sie schnell wieder: Katwarn-Meldung am Freitag und Beruhigung auf Twitter. Bild © picture-alliance/dpa, hessenschau.de

Die Polizei hat am Freitag einen SEK-Übungsalarm ausgelöst - und die Bevölkerung in Hessen über die App Katwarn gleich mit alarmiert. Nur: Dass es eine Probe war, war vielen Nutzern erst einmal nicht klar.

Wenn die Polizei übt, dann übt sie richtig. Immerhin wurden am Freitagvormittag um kurz nach elf etliche hessische Smartphone-Besitzer aufgeschreckt. Das Katastrophenwarnsystem "Katwarn", das in Deutschland millionenfach aus den App Stores heruntergeladen wurde, gab eine Sirene von sich und meldete: "Sonderfall", und: "Polizei Hessen meldet: Warnung. Polizeilicher Einsatz. Gültig ab 8.9.2017, 11.04 Uhr".

Erst wer runterscrollte, fand die Erklärung: Die Polizei hatte die Nachricht im Rahmen einer Übung des Spezialeinsatzkommandos (SEK) verschickt. Aber nicht alle scrollten so weit, andere griffen erstmal zu Twitter und fragten:

Hilfe, @Polizei_Ffm , was sagt mir die #KATWARN -Nachricht: "Warnung, polizeilicher Einsatz"? Muss ich mich verstecken?

Daher beeilten sich die Beamten auch, über die sozialen Medien die Leute zu beruhigen und twitterte: "Keine Gefahr."

#KATWARN Hinweis: KEINE Gefahr ✅ ➡️ Wir üben aktuell den #Ernstfall in #Frankfurt

Für manche war es da schon zu spät - und offenbarten ein faszinierendes Phänomen: Angeblich haben um kurz nach 11 besonders viele Menschen in Hessen gerade eine Kaffeetasse in der Nähe...

@Polizei_Ffm Funktioniert. Aber das nächste Mal bitte nicht wenn ich gerade einen Kaffee in Hand habe 😎

... oder sogar in der Hand:

Facebook-Kommentar: "Super geklappt. Aber wer zahlt mir nu die Reinigung von meinem Pullover . Kaffee drüber geschüttet vor Schreck. Am Klang müsst ihr dringend noch arbeiten"
Facebook-Kommentar: "Super geklappt. Aber wer zahlt mir nu die Reinigung von meinem Pullover . Kaffee drüber geschüttet vor Schreck. Am Klang müsst ihr dringend noch arbeiten" Bild © Screenshot: hessenschau.de

Wieder andere berichteten von großem Schreck...

@Polizei_Ffm Alter bin ich erschrocken als mein Handy losbimmelte. Hat definitiv funktioniert 👍🏻😂

@Polizei_Ffm Kurzer Schreck... aber alles gut. @Polizei_Ffm gibt sich nach #Bombenentschärfung nochmal die volle Dosis Druck ;-)

... oder ihnen blieb sogar die Luft weg:

@Polizei_Ffm #KATWARN hat prima funktioniert...meine Atmung jetzt auch wieder 😂👍

Andrew McCormack, Sprecher der Frankfurter Polizei, erklärte im Gespräch mit hessenschau.de, es habe in den sozialen Medien zahlreiche Anfragen gegeben - "aber wir konnten die Leute beruhigen". Im Ernstfall wird die Polizei, die das System erst seit Mitte Juli einsetzt, auch lokaler informieren. In diesem Fall hatten jetzt Menschen in ganz Hessen die Warnung erhalten - was ebenfalls manche verwirrte:

@Polizei_Ffm Ihr übt in ffm und 140km weiter nördlich geht Katwarn? So Gewollt?

Völlig in den Hintergrund trat dabei, warum überhaupt die Polizei übte: Innenminister Peter Beuth (CDU) stellte seine Pläne vor, zusätzliche Polizisten einzustellen. Dass er das mit einer SEK-Übung verband, hatte in den vergangenen Tagen ebenfalls einige Menschen in Hessen aufgeschreckt - allerdings vor allem Abgeordnete der Opposition.

Weitere Informationen

Katwarn

"Katwarn" (=Katastrophenwarnung) ist eine App, die ihre Nutzer vor Gefahren warnt oder über Großlagen informiert, darunter Unwetter, Großbrände oder Chemieunfälle. Zahlreiche Feuerwehren nutzen die App, und seit Juli nutzt auch die hessische Polizei, um die Bevölkerung zu informieren, zuletzt bei der großen Bombenentschärfung am Wochenende. Entwickelt wurde die App vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme. Sie ist kostenlos. Mehr Infos unter www.katwarn.de.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, 8.9.2017, 13 Uhr