Dachstuhl und Auto in Flammen
Die Feuerwehr musste vielerorts ausrücken – so wie hier in Roßdorf (links) und Wiesbaden Bild © Einsatzreport Südhessen , Wiesbaden112.de

SEK-Einsatz, Stress mit dem DJ und Feuerwerkskörper auf Einsatzkräfte: In der Silvesternacht hatten Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei viel zu tun. Trotzdem zog die Polizei eine überwiegend positive Bilanz.

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Mit Feuerwerk, Sekt und guter Laune haben viele Hessen das neue Jahr begrüßt. Weniger Spaß hatten dagegen die Einsatzkräfte, die in der Silvesternacht und am Neujahrsmorgen alle Hände voll zu tun hatten. Vor allem in größeren Städten waren die Einsatzkräfte noch am frühen Morgen unterwegs.

SEK-Einsatz in Frankfurt, 5.000 Feiernde im Sicherheitsbereich

In Frankfurt musste in der Nacht ein Spezialeinsatzkommando (SEK) ausrücken: Nachdem Feiernde mit Böllern beworfen worden waren, zeigte sich ein Mann mit einer Pistole am Fenster, wie die Polizei berichtete. Das SEK griff ein und nahm den Mann mit. Am Montagmorgen musste in einem anderen Fall ein Mann mit einer Stichverletzung in der Brust ins Krankenhaus gebracht werden, die Hintergründe der Tat sind laut Polizei noch unklar. Außerdem habe es auffällig viele brennende Mülltonnen in der Stadt gegeben, die teilweise auch auf die Straßen geworfen wurden, sagte die Polizei am Montag. Wie schon in den Jahren zuvor wurden Polizisten und Rettungskräfte mit Feuerwerksraketen beschossen, es brannten auch Autos.

Festnahme in der Frankfurter Silvesternacht
Festnahme in der Silvesternacht in Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa

Trotzdem zog die Polizei am Montag eine überwiegend positive Bilanz für die Sicherheitslage in hessischen Städten und sprach von einer überwiegend friedlichen Silvesternacht. Für Frankfurt sei das Sicherheitskonzept aufgegangen, sagte ein Polizeisprecher, rund 5.000 Menschen hätten in Spitzenzeiten in einem Sicherheitsbereich am Main gefeiert. Auf dem Römerberg in der Innenstadt seien zwischen 2.000 und 3.000 Menschen gewesen. Bis zum Einsatzende am Neujahrsmorgen zählte die Polizei in Frankfurt insgesamt 295 Indentitätsfeststellungen, 46 Personen wurden durchsucht. Gegen 16 Personen wurden Platzverweise ausgesprochen

Teil des Konzepts war, eine feuerwerksfreie Zone einzurichten und Einlasskontrollen durchzuführen. Die Zone wurde durch Betonelemente und Bauzäune geschützt. Anzeigen wegen sexuellen Übergriffen gab es laut Polizei in der Silvesternacht nicht mehr als an anderen Tagen im Jahr.

In und um Wiesbaden waren die Feuerwehren zwischen Mitternacht und drei Uhr rund 150 mal unterwegs, um Balkon- und Mülleimerbrände zu löschen - häufig verursacht durch fehlgeleitete Feuerwerkskörper. In der Landeshauptstadt brannten laut Feuerwehr auch Autos. In Wiesbaden-Biebrich wurden zwei Menschen leicht verletzt, weil es bei einer Feier Streit gab: Auslöser der Auseinandersetzung war offenbar die Musik, die der DJ ausgewählt hatte. Bei der Feier mit rund 200 Gästen gerieten dabei 40 Personen in eine Schlägerei. Die Polizei musste schlichten.

Messerattacke und brennende Mülltonnen

Im mittelhessischen Greifenstein (Lahn-Dill) wurde ein Mann durch einen Feuerwerkskörper an der Hand schwer verletzt, teilte die Polizei mit.

In Königstein (Hochtaunus) fühlte sich ein 52-Jähriger durch Silvesterknaller in seiner Ruhe gestört und bedrohte drei Männer im Alter von 20, 23 und 30 Jahren mit einem Messer. Einer der jungen Männer verletzte sich bei dem Versuch, nach dem Messer zu greifen. Der 52-Jährige war zudem alkoholisiert und musste auf der Polizeistation ausnüchtern. Gegen ihn wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Im nahegelgenen Oberursel (Hochtaunus) gab es ebenfalls Streit: Nachdem ein 26-Jähriger aus einer Gruppe mit Feuerwerkskörpern beworfen wurde, kam es zu einer Auseinandersetzung, bei dem der 26-Jährige leicht verletzt wurde.

Im Kreis Offenbach gab es rund 300 Einsätze von Rettungskräften wegen Schlägereien, brennenden Müllkontainern oder Briefkästen, in die Feuerwerkskörper gesteckt worden waren.

Für Darmstadt meldete die Polizei 31 Einsätze von Rettungsdiensten, die Feuerwehr rückte zehn Mal wegen brennen Müllbehältern und einer Hecke aus, die Feuer gefangen hatte.

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zum Video Wohnhausbrand in Zierenberg

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In Roßdorf (Darmstadt-Dieburg) war ein Wohnmobil in Flammen aufgegangen, das Feuer griff auf ein Wohnhaus über. In Zierenberg (Kassel) sorgte ein Dachstuhlbrand für einen Feuerwehreinsatz. Das Feuer war von einem brennenden Carport auf das Haus übergegangen.

In Hainburg-Hainstadt (Offenbach) brannten ein Carport und eine Gartenhütte, das Feuer griff auf das Nachbargrundstück über. Verletzt wurde niemand, den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 100.000 Euro. In Bebra (Hersfeld-Rotenburg) und anderen Orten brannten Mülltonnen.

Aus ganz Hessen wurden mehrere Heckenbrände gemeldet. Wie viele Menschen insgesamt in der Silvesternacht verletzt wurden, ist noch unklar. Auch eine Schadenshöhe ist noch nicht absehbar. In Nord- und Mittelhessen sorgten Regenfälle ab Mitternacht vielerorts für das vorgezogene Ende von Silvesterknallerei im Freien. 

Ausschlafen, Neujahrsspaziergang oder Arbeiten: Was auch immer Sie heute machen - @hessenschauDE wünscht Ihnen alles Gute für 2018! #Neujahr #Neujahr2018