Polizisten auf dem Eisernen Steg in Frankfurt.
Polizisten an Silvester auf dem Eisernen Steg in Frankfurt - ein Bild, das auch dieses Jahr zu sehen sein wird. Bild © picture-alliance/dpa

Betonsperren in Frankfurt, Videoüberwachung in Fulda und ein Feuerwerksverbot in Marburg: Die hessischen Sicherheitskräfte treffen ihre Vorbereitungen für den Jahreswechsel. Ein Überblick.

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3..., 2..., 1..., Frohes Neues! In allen Städten in Hessen werden an Silvester Menschen unterwegs sein und den Jahreswechsel feiern. Damit sie sich dabei sicher fühlen können, treffen Polizeikräfte im ganzen Land ihre Vorkehrungen - die aber durchaus unterschiedlich sind.

Frankfurt: Einlasskontrollen und Betonsperren

Eine feuerwerksfreie Sicherheitszone mit Einlasskontrollen am Main, Betonsperren und über 600 Einsatzkräfte: Die Stadt Frankfurt und die Polizei bereiten sich auf Silvester ähnlich wie im Vorjahr vor. Damals war erstmals eine Sicherheitszone um den Eisernen Steg am Main eingerichtet worden, wo zahlreiche Frankfurter traditionell das neue Jahr begrüßen.

500 Meter Bauzaun und 400 Tonnen Betonelemente werden eingesetzt. Ein sogenannter Powermoon, also ein besonders leistungsstarker Leuchtballon, soll den Brückenkopf am Eisernen Steg zusätzlich ausleuchten. "Eine hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben", sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU). Trotzdem würden Stadt und Land alles tun, damit der Silvesterabend friedlich verlaufe.

Ein Räumpanzer der Polizei am Rand der Silvesterfeier auf der Alten Brücke in Frankfurt
Ein Räumpanzer der Polizei am Rande der Silvesterfeier 2017auf der Alten Brücke in Frankfurt. Bild © picture-alliance/dpa

Wiesbaden: Absperrungen und viele Polizisten

Bürgermeister Oliver Franz (CDU) weist kurz vor dem Jahreswechsel erneut darauf hin, dass keine Feuerwerkskörper in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen gezündet werden dürfen. Ansonsten drohe ein Bußgeld. Schwerpunkt der Polizeiarbeit wird auch dieses Jahr der Bereich rund um Kaiser-Friedrich-Platz, Wilhelmstraße, Kurhauskollonaden und hessisches Staatstheater sein - in Wiesbaden als "Bowling Green" bekannt.

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Dort haben in der Vergangenheit zwischen 5.000 und 10.000 Menschen das neue Jahr begrüßt, allerdings kam es teilweise zu Problemen. So hätten Menschen Böller in die Menge geworfen oder Raketen schräg losgehen lassen, berichtet ein Polizeisprecher.

Zum vergangenen Jahreswechsel haben Stadt und Polizei daher ein neues Sicherheitskonzept umgesetzt und damit "gute Erfahrungen" gemacht, sagt der Polizeisprecher, entsprechend werde man sich auch dieses Jahr daran orientieren. Konkret heißt das, dass der Bereich rund um den Park abgesperrt wird und die Polizei Einlasskontrollen durchführt. Feuerwerk ist in dem Bereich verboten, ebenso wie Rucksäcke. Die städtische und die Landespolizei sind "in großer Zahl" im Einsatz, so der Sprecher, dazu kommt ein privater Sicherheitsdienst.

Kassel: Bitte nicht im Bergpark

Wohl der Hotspot, um das Feuerwerk in Kassel zu bestaunen, ist der Bergpark am Herkules. Dort kamen in den vergangenen Jahren regelmäßig mehrere hundert Menschen zusammen. Allerdings weisen die Landeseinrichtung "Museumslandschaft Hessen Kassel" und die Polizei darauf hin, dass streng genommen im gesamten Bergpark Feuerwerk verboten ist.

Insbesondere in der Nähe der historischen Gebäude solle man aber keine Knallkörper zünden, da die Brandgefahr zu hoch sei. "Mit diesem Appell haben wir in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht", sagt ein Polizeisprecher zu hessenschau.de.

Aber nicht nur ein knallerfreier Bergpark ist im Augenmerk der Beamten - ein weiterer Schwerpunkt ist die Zufahrt zum Herkules. Die haben Autofahrer in den vergangenen Jahren immer wieder zugeparkt und so Rettungswege verstopft.

Silvesterfeuerwerk hinter dem Schloss im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe.
Silvesterfeuerwerk hinter dem Schloss im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe. Bild © Imago

Darmstadt: "Wir können schnell reagieren"

Eine konkrete Gefährdungslage liege nicht vor für Darmstadt, sagt ein Polizeisprecher, entsprechend seien auch keine besonderen Maßnahmen geplant. An den beiden größeren Treffpunkten - Mathildenhöhe und Luisenplatz - seien zahlreiche Polizisten unterwegs, sowohl zivil als auch uniformiert.

Absperrungen sind bisher für beide Bereiche nicht vorgesehen, "aber wir können schnell reagieren, wenn nötig", sagt der Sprecher - etwa wenn der Straßenverkehr die Feiernden in Gefahr bringt. Ein Feuerwerkverbot gibt es zwar nicht - aber die Polizei appelliert an die Selbstdisziplin der Teilnehmer. Besonders warnt sie vor illegalen Böllern.

Offenbach, Hanau: Normales Silvester erwartet

"Hotspots wie in Frankfurt oder Wiesbaden haben wir nicht", sagt ein Polizeisprecher. Gefeiert werde überall in Südosthessen, auch mit Raketen und Böllern. In Offenbach seien Mainufer und Wilhelmsplatz beliebte Treffpunkte, in Hanau der Freiheits- und der Marktplatz. "Wir stellen uns auf ein normales Silvester ein". Wie jedes Jahr seien auch dieses Mal mehr Kollegen im Dienst als sonst. "Wenn viele Menschen zusammenkommen und Alkohol im Spiel ist, werden wir natürlich häufiger gerufen", sagt der Sprecher.

Gießen: Beamte in der ganzen Stadt präsent

In Gießen ist die Polizei mit mehr Kräften im Einsatz als in den Jahren zuvor, sagt ein Polizeisprecher. Die Beamten seien in der ganzen Stadt präsent, auch uniformiert, zudem habe man "bestimmte Vorkehrungen" getroffen, um im Zweifel schnell eingreifen zu können. Die Beamten hätten Bodycams dabei, also Kameras am Körper, die sie bei Bedarf einschalten. In den vergangenen Jahren habe es aber keine Gefahrenmomente gegeben.

In der Stadt selbst gibt es bislang keine besonderen Vorschriften für das Feuerwerk. Ein besonderes Augenmerk richtet die Polizei auf die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber - dort lebe "polizeilich bekanntes Klientel", so der Sprecher. Falls sich von dort beispielsweise größere Gruppen auf den Weg nach Frankfurt machen, werde man das im Auge behalten.

Marburg: Kein Feuerwerk in der Oberstadt

Wie schon in den vergangenen Jahren gilt auch beim Jahreswechsel auf 2018: Kein Feuerwerk in der Marburger Oberstadt, die größtenteils aus Fachwerkhäusern besteht. Die Brandgefahr ist zu hoch. Zuwiderhandlungen könnten mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro bestraft werden, teilt die Polizei mit.

Ähnliches gilt auch in anderen hessischen Städten mit hohem Fachwerkanteil in der Altstadt. Darunter sind Limburg, wo Feuerwerk in der Altstadt und auf der Domplatte verboten ist, in Idstein (Rheingau-Taunus) oder in Kronberg im Taunus (Hochtaunus).

Feuerwerkskörper in der Marburger Oberstadt.
Sie müssen draußen bleiben: Feuerwerkskörper in der Marburger Oberstadt. Bild © picture-alliance/dpa

Fulda: Videoüberwachung verstärkt

Auch in der Fuldaer Altstadt ist das Abbrennen von Feuerwerk verboten, ebenso auf dem Domplatz. Besonders präsent sein wird die Polizei im Kneipenviertel, dem sogenannten Bermudadreieck. In der Innenstadt wurde auch die ohnehin schon für die Weihnachtsmärkte verstärkte Videoüberwachung erneut aufgestockt - aber nur temporär, betont ein Polizeisprecher.

"Ab dem 2. Januar werden die zusätzlichen Kameras wieder abgebaut", sagt er. Die Kameras dienten dazu, Verbrechen zu verhindern oder zumindest schneller aufklären zu können. Außerdem wird die Polizei auch hier verstärkt unterwegs sein und Eingreifkräfte vorhalten, um im Zweifel schnell reagieren zu können.