Die Reste des abgebrannten Goetheturms von oben
Die Reste des abgebrannten Goetheturms von oben Bild © Privat

Nach dem Feuer am Goetheturm sind die Ermittlungen der Polizei angelaufen. Die Stadt hat das Unglück wohl kommen sehen. Denn sie ließ den Goetheturm unregelmäßig bewachen, allerdings nicht in der Brandnacht.

Am Donnerstag ist der Goetheturm in Frankfurt den Flammen zum Opfer gefallen. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Bei der Stadt hatte man offenbar schon länger die Befürchtung, dass es zu dieser Katastrophe kommen könnte.

Turm wurde unregelmäßig bewacht

Als im Frühsommer in kurzer Folge zwei Holzpavillons in Frankfurter Parks sowie ein hölzerner Aussichtsturm in Kelkheim abgebrannt waren, schrillten bei der Stadt die Alarmglocken. Aufgrund seiner Holzbauart stellte der Goetheturm ein weiteres potentielles Ziel der mutmaßlichen Brandserie dar, so die Vermutung.

Die Stadt ließ daraufhin durch einen Sicherheitsdienst den Goetheturm im Stadtwald unregelmäßig bewachen, wie eine Sprecherin des zuständigen Umweltdezernats hessenschau.de am Freitagnachmittag bestätigte: "Wir haben über das Grünflächenamt Sicherheitsdienste eingesetzt." Wann und wie oft wolle man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Nur so viel: "In der Nacht des Brandes hatten wir keinen Sicherheitsdienst vor Ort", so die Sprecherin.

Auch die Polizei wusste von der Bewachung und fuhr selbst in unregelmäßigen Abständen am Turm vorbei, wie die Sprecherin ergänzte. Welche weiteren Objekte in Frankfurt unter besonderer Beobachtung stehen und ob die Maßnahmen nun ausgeweitet werden, wollte sie nicht verraten.

Polizei untersucht Goetheturm-Asche

Unterdessen hat die Polizei die Ermittlungen zur Brandursache und mutmaßlicher Brandstiftung aufgenommen. Brandermittler haben sich bereits einen ersten Überblick in den Trümmern verschafft. "Jetzt untersuchen wir Proben der verkohlten Reste in unseren Labors auf Brandbeschleuniger", sagte ein Polizeisprecher am Freitag hessenschau.de. Die Polizei hält Brandstiftung für wahrscheinlich.

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Collage: Goetheturm in Frankfurt

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zur Bildergalerie Goetheturm im Frankfurter Stadtwald niedergebrannt

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Schnelle Ergebnisse sind jedoch nicht zu erwarten. Die Untersuchung könne mehrere Tage bis Wochen dauern. "Die Ermittlungen werden aber noch die nächsten Tage weitergehen", sagte der Sprecher. Die Polizei hofft weiter auf Hinweise aus der Bevölkerung. Unklar ist auch noch, ob der über 85 Jahre alte Holzturm von oben nach unten oder von unten nach oben abgebrannt ist.

Die Stadt Frankfurt will den Turm wieder aufbauen. Spenden dafür werden bereits gesammelt. Bis zum Freitagnachmittag waren nach Angaben der Stadt bereits 20.000 Euro auf diesem Weg zusammen gekommen.

Weitere Informationen

Spendenkonten für den Wiederaufbau

Die Stadt Frankfurt hat kurzfristig zwei Spendenkonten für den Wiederaufbau eingerichtet:

Nassauische Sparkasse, Kontoinhaber: Stadt Frankfurt,
IBAN: DE 46 5105 0015 0140 3028 60, Stichwort: Goetheturm

Frankfurter Sparkasse
IBAN: DE55 5005 0201 0200 6525 75, Stichwort: Wiederaufbau Goetheturm

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Neubau frühestens in einem Jahr

Wie schnell ein neuer Goetheturm gebaut werden kann, ist ebenfalls noch unklar. Ein Jahr müssten die Frankfurter mindestens warten, hatte Baudezernent Jan Schneider (CDU) am Donnerstag gesagt. Nach Einschätzung vieler Fachleute wird es aber wohl länger dauern. Wie viel der Turm kosten wird, hängt von dem Neubau ab und steht noch nicht fest.

Sendung: hr-iNFO, 13.10.2017, 10 Uhr

Ihre Kommentare Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Goetheturm?

224 Kommentare

  • Guten Abend!

    Als Kinder sind wir öfter mit dem Fahrrad von Neu -Isenburg aus durch den Statdtwald zum Götheturm gefahren. Später sind wir dann nicht mehr so weit gekommen, weil dann der Monte Scherbelino interesanter war.

    Schönen Gruß
    Peter Häberle

  • Tolle Erinnerungen und viele Bilder gemacht , von und auf dem Turm. Jetzt kommt bald eine Postkarte raus vom Turm , die man bald , in Verbindung mit eine Spende angeboten wird.

    Um mal eine Kletterpause zu machen habe ich oft auf den Sitzbänke gesessen und die Ruhe und wunderbare Blicke genossen

  • ...ich bin 1968 in Frankfurt am Main geboren und aufgewachsen. Der Goethe-Turm war ein häufiges Ausflugsziel der Familie. Ich habe diesen zuletzt vor zwei Jahren in Verbindung mit einer Fahrradtour besucht und alleine der Anblick dieses Bauwerks hat mich wieder ehrfürchtig werden lassen und mich weit in meine Vergangenheit bzw. Kindheit versetzt.
    Ich bin zutiefst erschüttert über dieses Verbrechen und obwohl ich jetzt in Bad Vilbel wohne, bin und bleibe ich im Herzen Frankfurter, und ich werde meinen kleinen Beitrag in Form einer Spende mit dazu beitragen, dass der Turm wieder aufgebaut wird.

    Auch wenn es dann nicht mehr unser "alter" ist und ein neuer Turm entsteht, wie auch beim Henninger-Turm......ein bisschen Wehmut wird bleiben.

    Liebe Grüße von mir

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