Fünf Männer tanzen mit Kittel und Kostüm bekleidet
Beim Video zu "Medicopter Mainz17" sind sich die Studenten für nichts zu schade. Bild © YouTube (Medimeister Mainz)

Ein Partysong wird zum Riesenerfolg: "Medicopter Mainz17“ hat mehrere hunderttausend Klicks bei YouTube und eine Spitzenplatzierung beim Musikdienst Spotify. Ein Rüsselsheimer hat dem Ohrwurm seine Stimme gegeben.

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Der Song hat alles, was ein Partyhit braucht: einen gutaussehenden Sänger, einen eingängigen Refrain und eine Choreographie, die sich mit etwas Alkohol im Blut sicher noch besser tanzen lässt als nüchtern.

"Medicopter Mainz17“ heißt der Song, mit dem Medizinstudenten völlig überraschend einen Sommerhit gelandet haben. Innerhalb von wenigen Tagen ist die Zahl der Aufrufe auf mehr als 360.000 geschnellt, stündlich kommen tausende hinzu. Beim Musikstreaming-Dienst Spotify haben es die angehenden Ärzte auf Platz 1 der "Viral 50“ geschafft – ihr Song wird momentan öfter geteilt als alle anderen in Deutschland.

12.000 Menschen feierten dazu

Eigentlich war der Hit als Beitrag zu den Medi-Meisterschaften gedacht. Das Medzinier-Festival, das Anfang Juni stattfand, ist eine Art Springbreak für angehende Ärzte. Jede Uni, die teilnimmt, bereitet dafür einen Song vor. Für die Mainzer Truppe kam der Erfolg völlig überraschend, so ihr in Rüsselsheim lebender Sänger Jakob Stein zu hessenschau.de. "Schon bei den Medi-Meisterschaften lief der Song rauf und runter, die Leute wollten ständig mit uns dazu tanzen.“ Es sei ein tolles Gefühl, "wenn auf einmal 12.000 Menschen zu deinem Song feiern".

Mitzusingen sei nicht schwer, unterstreicht der Student. Der Text ist eingängig, hat aber einen gewissen Wortwitz, der nicht nur bei Medizinern ankommt. Von der Bierinfusion singt die Truppe, und "ich intubier Bier-Bier-Bier“. Stein gibt zu, dass der Song musikalisch vielleicht kein Glanzstück ist. "Das war aber auch nicht unser Anspruch. Uns war es wichtig, dass alles self-made bleibt.“

Insgesamt 20 Leute haben an "Medicopter Mainz17“ mitgewirkt, fünf von ihnen gehören zum harten Kern, der sich um Text, Gesang, Beat und das Video gekümmert hat. "Wir hatten auch keinen professionellen Cutter, wir haben uns da in alles selbst eingearbeitet.“

In dänischem Club gespielt

Inzwischen schicken Freunde und Bekannte den Jungs Nachrichten, wo ihr Song überall läuft. Radiosender spielen ihn und selbst in einem Club in Dänemark war er schon zu hören. "Wir haben nicht im entferntesten damit gerechnet, dass der Song außerhalb der Medi-Meisterschaften so einschlägt“, sagt Jakob Stein. Einen Höhenflug haben die Studenten trotzdem nicht - Autogrammkarten seien noch nicht gedruckt.

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„Nach den Medi-Meisterschaften habe ich eine Pause davon gebraucht“ Zitat von Sänger Jakob Stein
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Aber auch die Menschen, die den Song furchtbar finden, kann Stein, der hobbymäßig singt und Gitarre spielt, verstehen. "Nach den Medi-Meisterschaften brauchte ich selbst eine Pause davon. Inzwischen kann ich ihn aber wieder hören.“

Dürfen angehende Ärzte wild feiern?

Eine andere Kritik weist Jakob Stein zurück. Nicht jeder versteht, dass sich Ärzte von morgen wild feiernd präsentieren - doch gelten für Mediziner strengere Maßstäbe als für andere Studenten? Stein findet, dass man das mit Selbstironie sehen muss. Sein Studium leide nicht darunter, und "für mich ist das ein guter Ausgleich, mich neben dem Studium in der Gruppe musikalisch und kreativ auszutoben.“

Trotz des Erfolgs wird es so bald keinen weiteren Song geben. "Wahrscheinlich werden wir zu den Medi-Meisterschaften im nächsten Sommer wieder was produzieren.“ Jetzt stehe erst einmal die Klausurphase an. Da müsse er sich trotz des Hypes wieder voll auf die Uni konzentrieren, sagt der Rüsselsheimer.