Tragischer Unfall oder tödlicher Schubser? Nach dem Sturz eines jungen Mannes von einem Balkon in Linden haben die Ermittler keine Hinweise auf Fremdeinwirkung gefunden.

Tödlicher Balkonsturz war wahrscheinlich ein Unfall - Aufmacherbild
Ein 29-Jähriger ist in Linden von einem Balkon gestürzt und gestorben. Bild © hr

Der tödliche Balkonsturz eines 29-Jährigen in Linden (Gießen) war wahrscheinlich ein Unfall. Die bisherigen Erkenntnisse deuten nach Angaben der Gießener Staatsanwaltschaft vom Dienstag darauf hin, dass es sich "am ehesten" um einen Unglücksfall handelt. Fuß- und Fingerspuren auf dem Balkon lassen demnach darauf schließen, dass zum Zeitpunkt des Sturzes keine weitere Person dabei war.

Der junge Mann war am Samstagabend aus etwa acht Metern Höhe gestürzt und hatte sich beim Aufprall tödliche Kopfverletzungen zugezogen. Ein Freund fand ihn leblos auf dem Boden.

Streit mit der Freundin

Der Balkon gehört zur Wohnung des besten Freundes des Verstorbenen, wo sich der 29-Jährige und seine vier Jahre jüngere Freundin am Samstagabend aufhielten und in einen Streit gerieten.

Bei der Obduktion der Leiche ergaben sich keine Hinweise auf andere Verletzungen außer denen, die vom Sturz herrührten.

Gegen 25-Jährige wird standardmäßig ermittelt

Freunde und Angehörige machten noch am selben Abend die 25 Jahre alte Freundin des Verunglückten für den tödlichen Balkonsturz verantwortlich. Sie griffen sie an und verletzten sie erheblich, so dass sie zur Behandlung ins Krankenhaus musste. Sie selbst stritt ab, etwas mit dem Tod ihres Freundes zu tun zu haben.

Den Ermittlern gilt sie bislang nicht als tatverdächtig. Gleichwohl werde gegen sie ermittelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zum einen, weil sie von Angehörigen des Toten beschuldigt werde, zum anderen, weil sie nach bisherigem Stand der Ermittlungen der letzte Mensch war, der den 29-Jährigen lebend sah.

Sendung: hr1, 02.01.2018, 12 Uhr