Osterhase im Regenschirm
Osterhase im Regenschirm Bild © picture-alliance/dpa

Grau, kalt, wechselhaft: Das Wetter an Ostern wird eher trübe. Doch für Bauern und Kleingärtner dürfte der Regen ein Segen sein. Denn die Vegetation leidet schon seit Wochen unter der Trockenheit.

Seit Anfang April verwöhnt Hoch "Ludwiga" Hessen mit Sonne satt und Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke. Pünktlich zu den Osterfeiertagen ist damit Schluss: Am Karfreitag soll es zwar bei 9 bis 15 Grad noch trocken bleiben, auch die Sonne lässt sich blicken.

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Ein trockener Acker bei Jestädt

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Trockenheit in Hessens Land- und Forstwirtschaft

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Doch am Samstag kommen die ersten Schauer und am Ostersonntag zieht sich die Wolkendecke über Hessen zu, wie hr-Meteorologe Mark Eisenmann ankündigt. Damit nicht genug: Es wird wechselhaft mit Schauern, in den Bergen kann sogar Schnee fallen. Dazu liegen die Tiefstwerte bei 5 bis 0 Grad in der Nacht und 7 bis 13 Grad tagsüber. Erfreuliches kann Eisenmann auch für Ostermontag, den letzten Tag der Ferien, nicht in Aussicht stellen: "Der Montag kann längere Regengüsse bringen."

Trockenheit bleibt Thema

Freuen dürften sich über die Regengüsse immerhin die Land- und Forstwirte. Sie warten seit Wochen auf Wasser von oben für ihre trockenen Ackerflächen und Wälder. "Wenn es nicht bald ausgiebig regnet, drohen zahlreiche frisch gepflanzte Bäumchen zu vertrocknen", sagte der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael Freiherr von der Tann.

Die Trockenheit ist auch für Kleingärtner ein Problem. Auf der Ginnheimer Höhe in Frankfurt etwa versuchen die Freizeitgärtner normalerweise, mit Wasser aus der Regentonne und nicht mit Trinkwasser zu bewässern. "Das geht jetzt aber nicht mehr anders", sagt Kleingärtnerin Sabine Steinbach. Sie muss wegen der Trockenheit auf Leitungswasser zurückgreifen.

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zum Video Kleingärtner kämpfen gegen Trockenheit

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Erhöhte Waldbrandgefahr

Vermutlich wegen der anhaltenden Trockenheit hatte am Mittwoch am Stadtrand von Wiesbaden bereits Wald auf einer Fläche von 12.000 Quadratmetern gebrannt. Hinweise auf Brandstiftung gebe es jedenfalls nicht, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Stadt Frankfurt warnte inzwischen vor möglichen Bränden im Stadtwald. Das Regierungspräsidium Darmstadt appellierte wegen der extremen Trockenheit zu besonderer Vorsicht bei Osterfeuern. Man solle nur unbehandeltes Holz verwenden, das wenig Rauch bilde.

Seit Monaten regnet es zu wenig in Hessen. Besonders betroffen sind Südhessen, das Rhein-Main-Gebiet sowie Orte im Taunus. Gerhard Brahmer vom Hessischen Landesamt für Naturschutz und Geologie spricht gar von einer herannahenden Dürre. Da sind auch Regengüsse am Osterwochenende eher ein Tropfen auf den heißen Stein.

Trinkwasser könnte knapp werden

Das Regendefizit von 100 bis 200 Liter pro Quadratmeter fürs Grundwasser lasse sich so nicht ausgleichen, sagt hr-Meteorologe Eisenmann. Die Trinkwasserquelle Gieserborn im Spessart etwa sprudelt nur mit halb so viel Wasser wie gewöhnlich. Hubert Schreiber vom Wasserversorger Hessenwasser sagt, dass es in Hessen schon seit vergangenem Juli zu wenig regne. Das könne man nicht mehr aufholen.

Zitat
„Für die Wasserversorgung ist es jetzt gelaufen, das hydrologische Jahr. Das hydrologische Jahr endet Ende April und was bis dahin nicht in der Scheune ist, das kommt auch nicht mehr.“ Zitat von Hubert Schreiber, Wasserversorger "Hessenwasser"
Zitat Ende

Wird es ein trockener Sommer, müsste im schlimmsten Fall in manchen Regionen Hessens die Wassernutzung rationiert werden. Die Wasserversorger wollen deshalb ihre Gewinnungsanlagen besser vernetzen. Beispielsweise denkt die Wasserversorgung "Hessenwasser" daran, Wasser vom Hesssischen Ried ins Rhein-Main-Gebiet umzuleiten.

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Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Auswirkungen der Trockenheit auf Trinkwasser-Brunnen

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Und außerdem: Nicht nur die Trockenheit, auch eine herannahende Kaltfront nach Ostern könnte den Pflanzen weiteren Schaden zufügen. "Wenn die eintrifft, kann es auch noch mal zu spätwinterlichen Minusgraden kommen", meint Meteorologe Mark Eisenmann.

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