Brand in Flüchtlingsunterkunft in Helsa
Die Flüchtlingsunterkunft ist nach dem Brand nicht bewohnbar Bild © picture-alliance/dpa

Nach dem Feuer in einem Flüchtlingsheim in Helsa bei Kassel sitzt der mutmaßliche Brandstifter in Untersuchungshaft. Der Heimbewohner soll zuvor zwei Mitbewohner niedergestochen haben.

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Ein 28 Jahre alter Bewohner der Asyl-Unterkunft in Helsa-Eschenstruth (Kassel) muss sich nun wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung in zwei Fällen sowie wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Weil Fluchtgefahr bestehe, habe ein Haftrichter Untersuchungshaft für den Syrer angeordnet, teilte die Staatsanwaltschaft Kassel am Donnerstag mit.

Bei dem Feuer am Dienstagabend wurden drei Bewohner verletzt. Der 28-jährige Syrer erlitt eine Rauchgasvergiftung, zwei 21 und 27 Jahre alte Somalier retteten sich mit Stichverletzungen aus dem brennenden Fachwerkhaus. Der Syrer soll sie mit einem Küchenmesser angegriffen und danach den Brand gelegt haben. Die Somalier wurden noch am selben Abend operiert und sind nach Auskunft der Polizei inzwischen außer Lebensgefahr.

Streit eskaliert

Dem Brand und der Messerattacke ging nach bisherigem Ermittlungsstand ein Streit des 28-Jährigen mit den beiden Mitbewohnern voraus. Der mutmaßliche Täter wurde nach dem Brand in Tatortnähe festgenommen.

Feuerwehr vor Flüchtlingsunterkunft
Das Feuer brach am Dienstagabend aus. Bild © Hessennews TV

Das Feuer in der Asylbewerber-Unterkunft war gegen 19 Uhr ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich schnell im gesamten Obergeschoss der Unterkunft aus. Bei Ankunft der Feuerwehr hatten alle Bewohner mit Ausnahme eines Mannes das Gebäude schon verlassen können. Der verbliebene Bewohner wurde von der Feuerwehr geborgen. Insgesamt waren in dem Fachwerkhaus mindestens 26 Asylbewerber untergebracht.

Gebäude unbewohnbar

Der Schaden wird auf etwa 30.000 Euro geschätzt. Das Haus ist derzeit nicht bewohnbar, sodass die Flüchtlinge von der Landkreis-Verwaltung in andere Unterkünfte verlegt werden.