Landgericht und Amtsgericht in Frankfurt
Landgericht und Amtsgericht in Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Er erhitzte Öl und schüttete es seiner Frau ins Gesicht: Dafür muss ein Familienvater lange in Haft. "Abscheulich und menschenverachtend", urteilte der Richter. Ein Lob gab es dagegen für den 15-jährigen Sohn.

Das Landgericht Frankfurt verurteilte den Angeklagten am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter schwerer Körperverletzung zu vier Jahren Haft. Seine Ehefrau hatte nach dem Angriff mit heißem Öl Glück im Unglück: Ihre Haut regenerierte sich weitgehend, sodass so gut wie keine dauerhaften Schäden zurückbleiben.

Die Tat hatte sich im April in der Wohnung der Familie in Frankfurt-Bornheim ereignet. Die Ehefrau und die beiden Söhne wollten nach mehreren schweren Auseinandersetzungen gerade in Richtung Hotel aufbrechen. Plötzlich schüttete der Mann seiner Frau das zuvor auf dem Herd erhitzte Pflanzenöl ins Gesicht.

15-jähriger Sohn verhindert Schlimmeres

Das schnelle Eingreifen des älteren Sohnes verhinderte schlimmere Folgen. Er goss seiner Mutter kaltes Wasser ins Gesicht und alarmierte den Notarzt, während der Vater aus der Wohnung floh. In der Urteilsbegründung fand der Vorsitzende Richter deutliche Worte für den Angeklagten: "Ihre Gesinnung ist abscheulich und menschenverachtend, so wie wir es auch beim Strafgericht bisher nur selten erlebt haben."

Beim Strafmaß ging das Gericht noch über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die drei Jahre und neun Monate Haft gefordert hatte. Der Verteidiger, der auf zwei Jahre auf Bewährung plädiert hatte, kündigte Revision gegen das Urteil an.

Angeklagter äußert Bedauern

Im Prozess hatte der Angeklagte die Tat bedauert, die Ehefrau sagte nicht aus. Der inzwischen 15 Jahre alte Sohn aber habe durch eine "bemerkenswerte Aussage" dazu beigetragen, dass der Vater verurteilt werden konnte, heißt es im Urteil.