Weihnachtsbäume in Frankfurt, Marburg und Kassel
Weihnachtsbäume in Frankfurt, Marburg und Kassel Bild © hessenschau.de/Stadt Marburg/Kassel Marketing

Alle Jahre wieder wird heftig über die städtischen Weihnachtsbäume diskutiert. Wie krumm ist der denn? Hat es da nichts Schöneres gegeben? Wir haben den Schönsten! Aber wir den Größten! Ein Überblick zum Start der Weihnachtsmarktsaison.

Frankfurt

Ja klar, Frankfurt hat mit 33 Metern den höchsten Weihnachtsbaum in Hessen. Die neun Tonnen schwere und 124 Jahre alte Rotfichte wurde aus dem Sauerland auf den Römerberg gebracht. Der Transport war nicht ganz einfach, an einigen Ecken blieb das gute Stück auch mal hängen. Es ist ein Geschenk aus Schmallenberg - und wie das mit Geschenken so ist, man hat sich darüber zu freuen. Basta! Spätestens nach dem zweiten Glühwein achtet sowieso kein Mensch mehr auf die Optik des vorweihnachtlichen Nadelgewächses.

Kassel

Der Baum, der den Märchenweihnachtsmarkt auf dem Königsplatz in Kassel schmückt, hatte bis zu seinem finalen Standort keinen weiten Weg. 18 Meter hoch wurde er über die Jahre in dem Garten einer Familie aus Kassel-Philippinenhof. Die 75 Jahre alte Vorbesitzerin weiß zu berichten, dass ihr Vater in den 60er-Jahren die heute drei Tonnen schwere Nordmanntanne als zarten Spross im Reinhardswald ausgegraben hat. Zur Optik kann man nur sagen: Toller Wuchs, das ist mal ein Baum!

Wiesbaden

Der Wiesbadener Weihnachtsbaum auf dem Sternschnuppenmarkt hat Elektromeister Clemens Fuidl aus Biebrich so manch schlaflose Nacht beschert. Bis die 27 Meter hohe Fichte aus dem Stadtwald Wiesbaden endlich an ihrem Platz stand, ging erst einmal einiges schief. Denn die Fichte ist der Ersatzkandidat für einen ganz anderen Baum, der aus Reckenroth in Rheinland-Pfalz geholt werden sollte.

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Weihnachtsbaum in Darmstadt

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Weil der Boden aber nach Dauerregen aufgeweicht war, konnte der Kranwagen zum eigentlich geplanten Termin den Standort der Douglasie, die ursprünglich gefällt werden sollte, nicht erreichen. "Danach ist alles schiefgegangen, was schiefgehen konnte und jetzt haben wir eine 131 Jahre alte Fichte aus dem Stadtwald", fasst Baum-Organisator Fuidl knapp zusammen. "Geschmückt wird das ein toller Baum", ist er zuversichtlich. Bei 30.000 LED-Lampen erkennt man am Ende sowieso nicht mehr genau, wie das Darunter aussieht.

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Darmstadt

In Darmstadt setzt man auf buschige Qualität aus Südhessen - und das gleich doppelt. Eine 15 Meter hohe Tanne steht auf dem Marktplatz, ein etwa zehn Meter hohes Exemplar schmückt den Luisenplatz - macht zusammen 25 Meter feinstes Tannengrün in perfekter Christbaumoptik. Nach dem Motto: "Das Gute liegt so nah" kommen die beiden Bäume aus den Odenwald. Das 15-Meter-Exemplar stammt aus Reichelsheim, der etwas kleinere Baum wurde bei Waldmichelbach geschlagen.

Marburg

Der Marburger Weihnachtsbaum, der auf dem Marktplatz in der Oberstadt für Adventsstimmung sorgt, hatte keine weite Anreise. Die Picea abies, die gemeine Fichte, stand vorher in einem Garten in Marburg-Elnhausen. Geschätzt um die 40 Jahre ist das gute Stück alt. Mit einer Länge von 13 Metern und einem Gewicht von etwa zwei Tonnen gehört die Fichte zu den eher kleinen Bäumen auf Hessens Weihnachtsmärkten. Aber Größe ist ja bekanntlich nicht alles.

Bad Wildungen

Einen ganz besonderen Weihnachtsbaum gibt es in Bad Wildungen, der immer am ersten Adventswochenende seinen glanzvollen Auftritt hat. Der Wunschbaum-Weihnachtsmarkt findet nämlich rund um eine natürlich gewachsene Hemlock-Tanne statt, die jedes Jahr um etwa 30 cm wächst. 100.000 LED-Lichter machen aus dem Gehölz zur Adventszeit einen prächtigen Riesen-Weihnachtsbaum, der mittlerweile 24 Meter hoch ist. Diskussionen, ob der Baum zu schief, zu struppig oder zu licht ist, bleiben aus. Alle freuen sich Jahr für Jahr über ihren Lichter-Baum, an dem Wunschkärtchen aufgehängt werden können. Der Erlös kommt einem guten Zweck zugute. Der Lichterbaum ist bis zum 6. Januar zu bestaunen.

Weihnachtsbaum beim Wunschbaum-Wohltätigkeitsmarkt in Bad Wildungen
Natürlich gewachsen und jedes Jahr 30 cm höher: Der Wunschbaum in Bad Wildungen. Bild © Wicker Gesundheit und Pflege

Hanau

Hanau setzt beim Weihnachtsschmuck - ähnlich wie Darmstadt - auf eine Doppelspitze. Gleich zwei jeweils 13 Meter lange Rotfichten stehen vor dem Rathaus - macht dann in Summe auch stolze 26 Meter Baumgrün. Die beiden rund 35 Jahre alten Bäume verbinden den Weihnachtsmarkt und den Rathaus-Adventskalender, der mit neuen Märchenmotiven erfreut. Über die Stadt werden weitere 25 Fichten verteilt, die jeweils rund zehn Meter lang sind. Alle Hanauer Bäume kommen aus dem Vogelsberg und wurden am Hoherodskopf frisch geschlagen. Bis vor zwei Jahren konnten Hanauer Bürger ihre Bäume als Weihnachtsbaum anmelden und spenden. Weil jedoch teilweise riesige Bäume über Häuser hinweg gehievt werden mussten, hat die Stadt sich mittlerweile für die Vogelsberg-Lösung entschieden.

Gießen

Gießen favorisiert Nordmanntannen mit ihrem rundrum gleichmäßigen Wuchs. Auf dem Berliner Platz sorgt ein elf Meter hohes Exemplar für vorweihnachtliche Stimmung. Bereits Mitte des Jahres halten Gärtner der Stadtwerke Ausschau nach besonders schön gewachsenen Bäumen - auch in Privatgärten. Die Wahl fiel auf eine Tanne aus Allendorf (Lumda).

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 27.11.2017, 19.30 Uhr