Frankfurter Römer
Wir wollen hier rein: Wer Chef im Römer wird, entscheiden die Wähler im Februar - bis dahin geht es für 12 Kandidaten in den Wahlkampf. Bild © picture-alliance/dpa

12 Kandidaten wollen Chef im Frankfurter Römer werden und haben fristgerecht ihre Bewerbung eingereicht. Ihre Namen gab das Wahlamt am Montagabend bekannt.

Fünf Frauen und sieben Männer wollen Oberbürgermeister - oder Oberbürgermeisterin - in Frankfurt werden. Ob alle zur Wahl am 25. Februar zugelassen werden, entscheidet der Wahlausschuss am 29. Dezember.

Das sind die 12 Kandidaten, die das städtische Wahlamt nach Ablauf der Meldefrist am Montagabend nannte:

Peter Feldmann (SPD) will es als Amtsinhaber noch einmal versuchen. Seit 2012 ist er im Amt. Die Stichwahl gegen den CDU-Konkurrenten Boris Rhein gewann er damals mit 57,4 Prozent der Stimmen. Mit einer klaren Mehrheit von 98 Prozent nominierte die Frankfurter SPD ihren Kandidaten nun für die kommende Wahl erneut. Bei seiner Rede vor den Parteikollegen stellte Feldmann Soziales in den Mittelpunkt: Vollbeschäftigung, bezahlbarer Wohnraum und eine Absage an Rechtspopulismus.

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Termin der Oberbürgermeisterwahl

25. Februar 2018, eine eventuelle Stichwahl findet am 11. März statt.

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Bernadette Weyland (CDU) wurde im April von ihrer Partei zur OB-Kandidatin gekürt. Die Nominierung kam überraschend, der Frankfurter Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker hatte zuvor zurückgezogen. "Manchmal ist der beste Mann für den Job eine Frau", kommentierte die Facebook-Seite der Frankfurter CDU die Kandidatur von Weyland. Als Herausforderin von Peter Feldmann hat Weyland sich bisher vor allem mehr "Sicherheit und Ordnung" in Frankfurt gefordert.

Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) war Integrationsdezernentin in Frankfurt und ist laut dem Vorstand der Grünen "Migrantin, Ankommerin, Integrationsfigur". Die in Teheran geborene Eskandari-Grünberg kündigte an, als Oberbürgermeisterin für Frankfurt "Haltung" zeigen zu wollen - auch wenn nicht alles auf der Parteilinie liege. Für Rechtspopulisten sei Eskandari-Grünberg ein "rotes Tuch", hoben die Grünen in einer Pressemitteilung hervor.

Janine Wissler (Linke) ist Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, gilt als schlagfertig und als Aushängeschild ihrer Partei. Für das Amt der Oberbürgermeisterin in Frankfurt tritt sie schon zum zweiten Mal an, 2012 bekam sie lediglich 3,8 Prozent der Stimmen. Zentral sind sind für Wissler die Themen bezahlbarer Wohnraum und soziale Ungleichheit. Sie kündigte an, eine Kandidatin für alle zu sein, "die unzufrieden sind mit der Stadtpolitik".

Michael Weingärtner (Freie Wähler) kandidierte in diesem Jahr schon erfolglos als Direktkandidat in Frankfurt für den Bundestag, nun will er Oberbürgermeister werden. Nach eigener Auskunft sind seine Themen Gesundheit, Pflege und Soziales. Der Feuerwehrwann will sich für einen effizienteren Nahverkehr und - wie andere Kandidaten - für bezahlbaren Wohnraum einsetzen.

Nico Wehnemann (Die Partei) ist für die Satirepartei Die Partei Stadtverordneter im Frankfurter Römer. Nun will Wehnemann hoch hinaus, sein Slogan für den Einzug ins Rathaus ist: "Gemeinsam für den Abbruch in Frankfurt". Die Partei ist im Jahr 2004 von der Mitgliedern der Titanic-Redaktion gegründet worden - deren Redaktionssitz Frankfurt ist.

Volker Stein ist unabhängiger Oberbürgermeisterkandidat und zieht mit dem Slogan "Gebt der Stadt ihre Seele, ihre Ordnung und ihre Würde wieder" in den Wahlkampf. Stein ist Mitglied der FDP, die keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt. Dass Stein kandidiert, finden nicht alle in der Partei gut - hindern kann ihn die FDP aber auch nicht.

Karsten Schloberg tritt als unabhängiger Kandidat an, er betreibt einen Friseursalon in Sachsenhausen. Er gehört keiner Partei an und erklärt, sich für mehr Wohnraum und mehr Sicherheit stark machen.

Ming Yang ist Unternehmensberater. Er tritt als unabhängiger Kandidat an und ist Vorsitzender des Bundes der mittelständischen chinesischen Unternehmen in Deutschland sowie stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Chinesen in Europa.

Juli Wünsch ist ebenfalls unabhängige Kandidatin. Die Diplom-Ingenieurin hat sich in der Bürgerinitiative "Grüne Lunge" dafür engagiert, den Günthersburgpark als Grünefläche zu erhalten.

Hein Gottfried Fischer ist ein Wander-Kandidat. Der Rentner und ehemalige Sozialpädagoge hat es sich zum Hobby gemacht, Bürgermeister-Kandidat zu sein.

Felicia Herrschaft ist promovierte Soziologin und Dozentin an der Goethe-Universität. Sie tritt als unabhängige Kandidatin an.