Patrick Burghardt, noch Oberbürgermeister, bald Staatssekretär
Patrick Burghardt, noch Oberbürgermeister, bald Staatssekretär Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Kaum abgewählt, schon ein neuer Job: Der scheidende Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) wechselt nach Ablauf seiner Amtszeit in die Landesregierung.

Der 36 Jahre alte Burghardt werde ab Januar kommenden Jahres Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag bekanntgab. Burghardt ist seit Anfang 2012 Stadtoberhaupt von Rüsselsheim, hatte die OB-Wahl am 8. Oktober aber gegen den parteilosen Konkurrenten Udo Bausch verloren.

Burghardt, gelernter Speditionskaufmann, tritt im Ministerium die Nachfolge des neu in den Bundestag gewählten Ingmar Jung (CDU) an. Der 39-Jährige, der in Wiesbaden ein Direktmandat für Berlin errang, hatte sich in dem Ministerium vor allem um Kulturpolitik gekümmert und galt als in der Kulturszene bestens vernetzt.

Kritik von der SPD

Bouffier betonte, Burghardt sei "trotz seiner jungen Jahre bereits ein erfahrener Politiker". Er sei mit der Arbeit der öffentlichen Verwaltung vertraut und kenne auch als früherer Landtagsabgeordneter die politische Arbeit in Hessen.

Die SPD kritisierte die Berufung. "Burghardt wird nach seiner krachenden Niederlage bei der Oberbürgermeisterwahl in Rüsselsheim schnellstmöglich mit einem neuen und zugleich lukrativen Posten versorgt", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Landtag, Günter Rudolph. Die CDU mache sich den Staat zur Beute.

Rhein freut sich auf Burghardt

Burghardt nannte seine Ernennung "einen spannenden Seitenwechsel". Er freue sich auf die Herausforderung. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein (CDU) sagte, er freue sich auf die Zusammenarbeit. Auch Rhein hat Erfahrung mit verlorenen OB-Wahlkämpfen. Er scheiterte 2012 mit dem Versuch, Oberbürgermeister von Frankfurt zu werden.