Spitzenkandidatin Mariana Harder-Kühnel
Mariana Harder-Kühnel, Spitzenkandidatin der hessischen AfD, am Samstag in Gießen Bild © picture-alliance/dpa

Der erste Versuch war ungültig. Deshalb musste die hessische AfD in Gießen ihre Bundestagskandidaten noch einmal nominieren. An der Spitze blieb alles beim Alten.

Videobeitrag

Video

zum Video AfD wählt erneut Spitzenkandidatin für Bundestagswahl

Ende des Videobeitrags

Die hessische AfD zieht mit Spitzenkandidatin Mariana Harder-Kühnel in den Bundestagswahlkampf. Beim Landesparteitag am Samstag in Gießen wurde die 42 Jahre alte Rechtsanwältin aus dem Main-Kinzig-Kreis erneut auf den ersten Platz der Landesliste gewählt. Sie trat ohne Gegenkandidaten an und bezeichnete die Bundestagswahl im September als eine "Schicksalswahl". 

Die AfD hatte den Nominierungsparteitag wiederholen müssen, weil es beim ersten Anlauf im November in Hofheim (Main-Taunus) zur Panne kam: Zwei Parteimitglieder hatten mit abgestimmt, obwohl sie das nicht durften. Die AfD hatte das erst später bemerkt.

Fehler-Neuauflage verhindert

Zum Auftakt am Samstagmorgen wurde ein erneut drohender Fehler gerade noch rechtzeitig entdeckt. Ein ausländisches AfD-Mitglied hatte zunächst Stimmkarten ausgehändigt bekommen. Als das Versehen bemerkt wurde, musste der Belgier die Karten zurückgeben.

In einem Grußwort hatte AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen zuvor seine Partei zur Geschlossenheit aufgerufen. In der AfD seien "Untergangspropheten" unterwegs, die ihre Kritik jedoch ohne "überzeugende inhaltliche Begründung" übten. Er gehe fest davon aus, dass die Partei am Sonntag in den nordrhein-westfälischen Landtag einziehen werde, sagte Meuthen.

19 Kandidaten

Beim ersten, gescheiterten Versuch war Harder-Kühnel ebenfalls auf Platz eins gelandet. Zweiter war Vorstandssprecher Peter Münch mit nur einer Stimme Vorsprung geworden, vor der Politologin Joana Cotar aus Gießen sowie dem früheren CDU-Politiker Martin Hohmann aus Fulda. Dieser hatte ebenfalls nur eine Stimme Vorsprung vor dem früheren Frankfurter Stadtkämmerer Albrecht Glaser, der auf Platz fünf gelandet war.

Die AfD will insgesamt 19 Kandidaten aufstellen. Sie hat nach eigenen Angaben in Hessen derzeit 2.231 Mitglieder.

Bei der vergangenen Bundestagswahl 2013 scheiterte die Partei noch bundesweit knapp an der fünf-Prozent-Hürde, holte aber in Hessen überdurchschnittliche 5,6 Prozent. Bei den Kommunalwahlen 2016 wurde sie drittstärkste Partei, hinter CDU und SPD. Im Januar 2017 lag die AfD im Hessentrend bei 14 Prozent, zu einer Zeit, als sie aber auch bundesweit noch deutlich bessere Umfragewerte vorzuweisen hatte als aktuell.