Uwe Becker (CDU)
Stadtkämmerer und Bürgermeister Uwe Becker Bild © Stadt Frankfurt

Überraschender Wechsel bei der OB-Kandidatur der Frankfurter CDU: Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker wird nicht zur Wahl 2018 antreten. Er überlässt Bernadette Weyland das Feld.

Seit der gescheiterten OB-Wahl 2012 von CDU-Kandidat Boris Rhein galt Uwe Becker als gesetzter nächster OB-Bewerber seiner Partei. Nun hat der Bürgermeister und Stadtkämmerer überraschend seinen Verzicht auf die Kandidatur erklärt. Die Frankfurter CDU bestätigte dem hr am Dienstag einen Bericht der Bild-Zeitung.

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Auf der Facebook-Seite der Frankfurter CDU wird der Wechsel seit Dienstagmorgen ebenfalls angekündigt: "Manchmal ist der beste Mann für den Job eine Frau! Mit großer Überzeugung wird Uwe Becker dem Vorstand und dem Parteitag Bernadette Weyland als OB-Kandidatin vorschlagen", heißt es dort neben einem Bild, auf dem sich Weyland und Becker die Hand geben. Der nächste Kreisparteitag, der voraussichtlich im April stattfindet, muss die Kandidatur von Weyland noch bestätigen. Die 59-Jährige ist derzeit Staatssekretärin im hessischen Finanzministerium.

Becker will Frankfurter CDU-Chef bleiben

Gegenüber dem hr begründete Becker seinen Verzicht mit den besseren Erfolgsaussichten Weylands. Das hätten ihm zahlreiche Gespräche mit Menschen außerhalb der Frankfurter CDU gezeigt. Auch wenn ihm der Verzicht weh tue, wolle er seine persönlichen Ziele für die CDU hinten anstellen. Er wolle aber Kreisvorsitzender der CDU sowie Bürgermeister und Stadtkämmerer bleiben.

Bernadette Weyland und Peter Feldmann
Treten 2018 voraussichtlich gegeneinander an: Bernadette Weyland und der amtierende OB Peter Feldmann. Bild © picture-alliance/dpa

Weyland kündigt an, nach ihrer voraussichtlichen Nominierung im April als Staatssekretärin zurückzutreten. Die vierfache Mutter, die ursprünglich aus Münster stammt, betonte ihre Verbundenheit mit der Stadt: "Wenn ich von Wiesbaden nach Frankfurt komme, weiß ich, wie schön unsere Stadt ist." Unterstützung erhielt die promovierte Juristin vom hessischen CDU-Chef Volker Bouffier. Weyland würde als OB die richtigen Akzente für die Stadt setzen und Frankfurt würdig vertreten: "Frau Weyland wird Frankfurt gut tun."

Bei der Oberbürgermeisterwahl 2012 hatte CDU-Kandidat Rhein überraschend in der Stichwahl gegen Peter Feldmann von der SPD verloren. Schon kurz darauf war Becker als potenzieller Kandidat für 2018 gehandelt worden. Überraschend kündigte Ende 2013 aber die damalige Stadtverordnetenvorsteherin Weyland ihr Interesse an der Kandidatur an. Kurz darauf wechselte Weyland jedoch von der Frankfurter Stadtpolitik nach Wiesbaden, womit sich ihre OB-Ambitionen zunächst erledigt schienen. Nun kommt es wohl doch anders.