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Peter Tauber, Volker Bouffier, Helge Braun, Nicola Beer, Wolfgang Gerhardt, Hermann Otto Solms. Bild © picture-alliance/dpa

Migration, Steuern, Soli: Spitzenpolitiker aus Union, FDP und Grünen loten am Dienstag weiter die Möglichkeiten zur Bildung einer Bundesregierung aus. Mit dabei sind einige Hessen - allerdings nicht bei allen Parteien.

Direkt nach der konstituierenden Sitzung des Bundestags geht am Dienstagnachmittag die Suche nach einer neuen Regierung weiter. Vertreter von CDU/CSU, FDP und Grünen treffen sich zu weiteren Sondierungsgesprächen für eine sogenannte Jamaika-Koalition.

Insgesamt zwölf Themenfelder haben die vier Parteien ausgemacht, anhand derer sie schauen wollen, ob die Sondierungsrunden in förmliche Koalitionsverhandlungen münden können. Und wenn am Dienstag über die ersten beiden dieser zwölf Themen gesprochen wird, nämlich Steuern und Europa, sitzen auch einige Hessen mit am Tisch.

CDU schickt Generalsekretär, Ministerpräsident und Staatsminister

Für die CDU ist Generalsekretär Peter Tauber bei allen zwölf Runden dabei, sagte ein Parteisprecher zu hessenschau.de. Tauber hatte bei der Bundestagswahl das Direktmandat Main-Kinzig/WetterauII/Schotten verteidigt und dabei die absolute Mehrheit nur knapp verpasst.

Außerdem wird Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier bei der Sondierungsgruppe zum Themenkomplex Flucht und Migration dabei sein. Helge Braun aus Gießen, zuletzt Staatsminister im Kanzleramt, wird bei den Kernthemen Bildung, Innovation und Digitales mitreden. Braun hat sein Direktmandat in Gießen ebenfalls verteidigt.

FDP mit Beer, Solms - und vielleicht Gerhardt

Die FDP hält sich zurück mit Aussagen, wer für sie an welchem Gespräch teilnimmt. Lediglich für die Gespräche am Dienstag hat sie schon die Personalien bekannt gegeben. Demnach ist Generalsekretärin Nicola Beer dabei, die in Hessen im Landtag sitzt. Außerdem wird Hermann Otto Solms aus dem Wahlkreis Gießen mitsondieren - nur wenige Stunden nach seiner Rede zur Eröffnung des neuen Bundestags.

Die weiteren Personalien sind noch nicht offiziell. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll aber auch Wolfgang Gerhardt mit an den Verhandlungstisch rücken. Der frühere hessische Wissenschaftsminister und FDP-Landes- und Bundeschef ist inzwischen Vorsitzender der parteinahen Friedrich-Naumann-Stiftung.

Keine Hessen bei den Grünen

Neben der CSU, die naturgemäß ausschließlich mit Bayern antritt, haben auch die Grünen keine hessischen Teilnehmer an den Sondierungen nominiert. Für den hessischen Grünen-Sprecher Jochen Ruoff ist das überhaupt kein Problem. "In der Sondierungsgruppe sind jetzt schon 14 Leute", erklärt er hessenschau.de. "Wenn alle Länder vertreten sein sollten, wäre die Gruppe ja noch größer."

Stattdessen habe man sich darauf geeinigt, den Landesverband über die interne Kommunikation mit einzubinden. "Das klappt genauso gut, wie wenn wir direkt dabei wären", ist der Parteisprecher überzeugt.

Weitere Informationen

Bundestagswahl in Hessen

Ergebnis der Bundestagswahl in Hessen und die hessischen Wahlkreisergebnisse finden Sie hier. Die Liste der 50 gewählten hessischen Bundestagsabgeordneten finden Sie hier.

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Grünen-Fraktionssprecher Volker Schmidt ergänzt, dass einige Hessen in den Arbeitsgruppen sitzen, die den Sondierungsgruppen zuarbeiten - darunter alle hessischen Bundestagsabgeordneten, der Fraktionschef und Vertreter der hessischen Landesregierung. Der nächste Sondierungstermin ist schon für Donnerstag angesetzt. Danach geht es am 30. Oktober weiter.

Sendung: hr-iNFO, 24. Oktober 2017, 14 Uhr