Ministerpräsident Volker Bouffier am Redner-Pult beim CDU-Landesparteitag - daneben ein großes, rotes CDU-Logo
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Die hessische CDU hat ihre Mannschaft für den Bundestagswahlkampf aufgestellt. Bei der Abstimmung blieben Überraschungen aus. Von einigen prominenten Gesichtern hieß es Abschied nehmen.

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An der Spitze der Landesliste steht wie erwartet der Staatsminister im Bundeskanzleramt, Helge Braun. Der 44 Jahre alte Bundestagsabgeordnete aus Gießen wurde am Samstag beim Landesparteitag in Rotenburg an der Fulda mit 93,5 Prozent gewählt (287 von 307 Stimmen).

Auf den weiteren Plätzen folgen der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Michael Meister (Bergstraße), die Bundestagsabgeordnete Patricia Lips (Odenwald) und CDU-Generalsekretär Peter Tauber (Main-Kinzig). Tauber, der polarisierende "General" von Kanzlerin Merkel, bekam mit 282 Stimmen das drittschlechteste Ergebnis aller Kandidaten. Schlechter schnitten nur der Kritiker der CDU-Europapolitik, Klaus-Peter Willsch (274 Stimmen), und Rechtsaußen Hans-Jürgen Irmer (273) ab.

Helge Braun CDU
Helge Braun führt die CDU-Landesliste an. Bild © picture-alliance/dpa

Braun ist seit 2013 Staatsminister bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zuvor war er vier Jahre Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. Braun hofft, dass die CDU weiter die bestimmende politische Kraft in Deutschland bleibt: "Nur wir können den Erfolgspfad in turbulenten Zeiten fortsetzen: Weiter mehr Wachstum und Wohlstand durch Innovationen und kluges Wirtschaften. Mehr innere und äußere Sicherheit durch einen starken Staat", sagte er in seiner Rede.

Vier Frauen unter den ersten 20

Der Listenvorschlag, der auf dem Parteitag zur Abstimmung stand, umfasste insgesamt 24 Männer und 20 Frauen. Unter den ersten 20 Listenplätzen tauchten allerdings nur vier Frauen auf.

CDU-Landeschef und Ministerpräsident Volker Bouffier hätte sich das "halbe-halbe" gewünscht. Die Platzierung sei jedoch dem Umstand geschuldet, "dass wir relativ viele Direktmandate bekommen und vor Ort über die Aufstellung entschieden wird".

Harsche Kritik in Richtung NRW-SPD

Bevor über die CDU-Kandidaten für die Bundestagswahl abgestimmt wurde, übte Bouffier harsche Kritik an der SPD. Sein Angriff ging in Richtung Nordrhein-Westfalen, wo am 14. Mai der Landtag gewählt wird.

Den Sozialdemokraten sprach Bouffier ihre erklärte Kernkompetenz im Sozialwesen ab und bezeichnete sie als "Hohepriester der sozialen Gerechtigkeit".

Flüchtlinge sollen Werte und Regeln akzeptieren

Wo immer die CDU regiere, gehe es den Menschen gut, so Bouffier. Bester Beweis dafür sei Nordrhein-Westfalen, das mit seiner SPD-Regierung mehr Schulden mache als alle anderen Länder. Hohe Arbeitslosigkeit, Unterrichtsausfall, Kinderarmut, Kriminalität - dies alles sei nicht gottgegeben, sondern hänge an falscher Politik.

Mit Blick auf die Zuwanderung nach Deutschland forderte Bouffier auch Respekt ein von allen Flüchtlingen vor den Regeln, Werten und Traditionen in Deutschland. "Wer das nicht akzeptieren will, dem muss man klar sagen: Dann bist Du im falschen Land."

2013 waren 21 hessische CDU-Abgeordnete in den Bundestag eingezogen. Nach dem Austritt von Erika Steinbach aus der Unions-Fraktion sind es derzeit nur noch 20. Vier der ursprünglich 21 hessischen CDU-Vertreter zogen über die Landesliste ein, 17 Kandidaten gewannen 2013 in ihrem Wahlkreis das Direktmandat.

Schröder, Jung und Riesenhuber treten nicht mehr an

Sieben Parlamentarier kandidierten nicht mehr, deswegen fehlten einige prominente Namen. Die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hatte bereits vor einem Jahr angekündigt, nicht wieder zu kandidieren. Sie gehört dem Parlament seit 2002 an. Auch der Ex-Forschungsminister und derzeitige Alterspräsident im Bundestag, Heinz Riesenhuber, tritt nicht noch einmal an. Der 81-Jährige ist seit 1976 Abgeordneter. Auch Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung kandidierte nicht wieder.