Angela Merkel, Volker Bouffier und Lucia Puttrich bei einem gemeinsamen Auftritt in Berlin 2014.
Angela Merkel, Volker Bouffier und Lucia Puttrich bei einem gemeinsamen Auftritt in Berlin 2014. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Die hessische CDU stärkt Parteichefin und Kanzlerin Angela Merkel den Rücken. Ministerpräsident Bouffier wandte sich gegen eine Nachfolge-Debatte, Europaministerin Puttrich gegen einen Rechtsruck der CDU.

In der Diskussion über die künftige Ausrichtung der CDU bleibt die von Ministerpräsident Volker Bouffier geführte Hessen-CDU auf Kurs von Parteichefin Angela Merkel. "Angela Merkel ist keine Vorsitzende auf Abruf", sagte Bouffier den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Sie sei in aller Welt anerkannt. "Und was wir irgendwann mal machen, steht jetzt nicht zur Debatte."

Auf die Nachfrage, ob Merkel noch im Zenit ihrer Macht stehe, entgegnete Bouffier: "Angela Merkel kann zum vierten Mal eine Regierung bilden. Das ist einzigartig in Europa und sicher ein Zenit."

Bouffier: FPÖ kein Vorbild für CDU

Bouffier wandte sich dagegen, sich die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit ihrem bei der jüngsten Wahl erfolgreichen Vorsitzenden Sebastian Kurz als Vorbild zu nehmen. Kurz habe die rechtspopulistische FPÖ nicht zurückgedrängt, sagte er. "Das Gegenteil ist passiert. Österreich kann keine Blaupause für Deutschland sein."

Vor allem in der CSU war dagegen der Wahlerfolg von Kurz aufmerksam registriert worden. Schon zuvor war wegen des Wahlerfolgs der AfD und der Verluste der CDU bei der Bundestagswahl eine Diskussion über den Kurs der Union entbrannt. Direkt nach der Wahl hatten unter anderem CSU-Chef Horst Seehofer und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) gefordert, die Union müsse die rechte Flanke schließen. Bouffier hatte schon in den Jahren der Flüchtlingsdebatte vor der Bundestagswahl immer wieder Merkel den Rücken gestärkt und sie gegen innerparteiliche Kritik verteidigt.

Puttrich: "Partei der Mitte bleiben"

Gegen einen Rechtsruck der CDU sprach sich auch die hessische Europaministerin und CDU-Politikerin Lucia Puttrich aus. "Wir sollten die Partei der Mitte bleiben", sagte sie der Wetzlarer Neuen Zeitung. Nötig sei allerdings eine Debatte über die Grundwerte der Union.

"Wir müssen uns mit den Fragen auseinandersetzen, die die Menschen beschäftigen", sagte Puttrich, die auch Mitglied im CDU-Bundesvorstand ist, und nannte als Beispiel die innere Sicherheit. Auch über die Weiterentwicklung Europas müsse geredet werden. Dabei zeigte sich Puttrich überzeugt, dass "die Mehrheit der deutschen Bevölkerung weiß, dass die internationalen Herausforderungen ohne Europa nicht zu stemmen wären".