Ergebnisse der Sonntagsfrage aus dem Hessentrend
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CDU und Grüne in Hessen müssen um die Fortsetzung ihrer Koalition bangen. Im neuen hr-Hessentrend haben beide keine Mehrheit. Sicher im Landtag wäre die AfD. In Hessen droht damit eine ähnlich schwierige Regierungssuche wie im Bund.

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Die wichtigsten Hessentrend-Ergebnisse im Überblick:

  • CDU und SPD würden bei der nächsten Landtagswahl im Vergleich zur Wahl 2013 deutlich an Stimmen und Sitzen einbüßen.
  • Profitieren davon können die "kleinen" Parteien Grüne, AfD, Linke und FDP. Sie wären alle sicher im Landtag.
  • SPD-Chef Schäfer-Gümbel holt im direkten Vergleich mit Ministerpräsident Bouffier deutlich auf.
  • Das Thema Flüchtlinge verliert an Brisanz. Das drängendste Thema bei den Hessen ist aktuell die Bildung.
  • Die Grundstimmung im Land und die Zufriedenheit mit der eigenen wirtschaftlichen Lage erreichen Spitzenwerte - ohne dass die Regierungsparteien merklich davon profitieren können.
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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Landtagskorrespondent: "Wieder ein Stück Normalität eingekehrt"

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Der Termin der Landtagswahl steht seit Mittwoch fest. Wie die Landesregierung nach dem Urnengang am 28. Oktober aussieht, ist hingegen völlig offen. In der Sonntagsfrage des neuen Hessentrends kommt die CDU nur noch auf 31 Prozent, die Grünen auf 13. Im Vergleich zum vergangenen Hessentrend vor einem Jahr verlieren beide Parteien jeweils einen Prozentpunkt.

Eine Fortsetzung der schwarz-grünen Landesregierung erscheint damit wenig realistisch. Selbst wenn man die üblichen Fehlergrenzen bei Umfragen berücksichtigt, kommen beide Parteien nicht auf eine stabile Regierungsmehrheit von mehr als 50 Prozent.

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Zweitstärkste Partei in der Umfrage, die das Institut infratest dimap in den vergangenen Tagen im Auftrag des hr durchführte, ist die SPD mit 25 Prozent (+1). Die AfD verlor im Vergleich zum Vorjahr zwei Prozentpunkte, liegt mit 12 Prozent aber weiterhin stabil im zweistelligen Bereich. Auf jeweils 8 Prozent kommen Linke (+/-0) und FDP, die mit zwei Prozentpunkten den stärksten Stimmenzuwachs verzeichnete.

Mit dann sechs Parteien im neuen Parlament könnte es nach der Landtagswahl zu einer ähnlichen Situation kommen wie aktuell im Bundestag: Für Rot-Rot-Grün dürfte es wohl nicht reichen (zusammen 46 Prozent). "Jamaika" wäre hingegen theoretisch möglich, denn CDU, Grüne und FDP kommen zusammen auf 52 Prozent. Sicherste Option wäre eine Große Koalition aus CDU und SPD mit zusammen 56 Prozent.

Schäfer-Gümbel holt auf

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CDU unzufrieden

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Erfreulich für die SPD: Ihr Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel kann im Vergleich zum Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) Boden gut machen. Würde der Ministerpräsident direkt gewählt werden, entschieden sich 45 Prozent der Befragten für Bouffier (-3) und 40 Prozent für Schäfer-Gümbel - ein Plus von 5 Punkten für den SPD-Politiker. Im Profilvergleich konnte Schäfer-Gümbel vor allem bei den Themen Soziale Gerechtigkeit und Schaffung neuer Jobs an Vertrauen hinzu gewinnen. Bouffier profitiert in den Augen der Wähler weiterhin von seiner Führungsstärke und seiner Wirtschaftskompetenz.

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Was Sie über Wahlumfragen wissen müssen

Was ist eine Fehlergrenze? Was bedeutet eigentlich repräsentativ? Und wie kann ich an einer Umfrage teilnehmen? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Meinungsumfragen im Überblick finden Sie hier.

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Die Grundstimmung im Land ist anhaltend gut – mit deutlicher Tendenz nach oben. 59 Prozent der Befragten (+5) gaben an, dass ihnen die Verhältnisse in Hessen derzeit eher Anlass zur Zuversicht geben. Große Ausnahme: Unter den AfD-Anhängern sind 78 Prozent eher beunruhigt. Ihre eigene wirtschaftliche Lage beurteilen 89 Prozent als sehr gut oder gut – das bedeutet ein Allzeithoch in den Hessentrend-Befragungen seit 1999. Interessant ist, dass selbst unter den AfD-Anhängern immerhin 71 Prozent mit ihrer eigenen Situation zufrieden sind.

Bildung überholt Flüchtlingspolitik

Die Flüchtlingspolitik verliert in Hessen deutlich an Brisanz. Nur noch 30 Prozent der Befragten (-15) gaben an, dass dieser Bereich das wichtigste politische Problem ist, das es zu lösen gilt. Zum Vergleich: 2016 waren es noch 70 Prozent. Topthema im Land ist nun der Bereich Bildung/Schule/Ausbildung. 41 Prozent (+14) sehen hier aktuell den dringendsten Handlungsbedarf. Auch Verkehr, Soziale Gerechtigkeit und Wohnen beschäftigt die Hessen, während das Thema Kriminalität und Terror an Bedeutung verliert.

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hessen extra im hr-fernsehen

hessen extra zum Hessentrend: Freitag, 19.01.2018, um 12.50 Uhr und um 22.00 Uhr im hr-fernsehen

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Relevant bleibt das Thema Flüchtlinge aber weiterhin, vor allem dann, wenn die Fragen eher auf konkrete Probleme im Zusammenhang mit Flüchtlingen abzielen. So äußerten 60 Prozent der Befragten (+8) die Sorge, dass durch die Zuwanderung die Zahl der Straftaten zunehmen könnte, sowie 56 Prozent (+9), dass die Unterrichtsqualität an Schulen sinkt. Unter den AfD-Anhängern ist der Anteil der Besorgten mit 97 bzw. 89 Prozent wenig überraschend am größten.

Könnten die Hessen selbst über die Verwendung von Geld in der Verkehrspolitik entscheiden, würden sie vor allem den öffentlichen Nahverkehr stärken. 56 Prozent gaben an, dass sie mehr in Busse und Bahnen investieren würden, nur 30 Prozent bevorzugten den Ausbau des Straßennetzes. Auch beim Thema Wohnungsbau sehen viele Hessen Investitionsbedarf. 82 Prozent würden es begrüßen, wenn deutlich mehr bzw. etwas mehr öffentliche Gelder für den sozialen und kommunalen Wohnungsbau ausgegeben würden.

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Die Umfrage

Für den Hessentrend hat das Institut infratest dimap in der Zeit vom 9. bis 16. Januar 1.006 wahlberechtigte Hessen telefonisch befragt. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,4 und 3,1 Prozentpunkten und gilt als repräsentativ.

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