Neonazis
Neonazis (Archivbild) Bild © picture-alliance/dpa

Unter dem Namen Antikapitalistisches Kollektiv (AKK) hat sich eine rege Neonazi-Gruppe gegründet. Im neuen hessischen Verfassungsschutzbericht kommt sie erstmals vor. Die Aktivisten traten auch auf einer umstrittenen Demo in Wiesbaden auf.

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Das Landesamt für Verfassungsschutz in Wiesbaden warnt im jüngsten Verfassungsschutzbericht vor einer neuen Neonazi-Gruppe: dem so genannten Antikapitalistischen Kollektiv, kurz AKK. Das bestätigte das Innenministerium dem hr-Studio Wiesbaden auf Anfrage. Das Landesamt legt am Donnerstag seinen jüngsten Verfassungsschutzbericht vor.

Vorab bekannt wurde auch, dass Aktivisten der noch jungen Neonazi-Gruppe zusammen mit anderen Rechtsextremisten Ende Oktober 2016 an der Demonstration "Demo für alle" in Wiesbaden teilgenommen haben. Bei der Demonstration hatten rund 2.000 Menschen gegen den zuvor in Hessen eingeführten Lehrplan zur Sexualerziehung protestiert.

Zur Teilnahme aufgerufen hatten unter anderem die rechtsextreme NPD, die völkische Identitäre Bewegung und "Der III. Weg", eine Gruppe gewaltbereiter Neonazis. Die Veranstalter der Demo sagten, sie distanzierten sich von Extremisten.

Aktivste Neonazi-Gruppe derzeit

Die Neonazis des Antikapitalistischen Kollektivs nutzen nach Erkenntnissen von Experten ähnlich wie die Identitäre Bewegung ungewöhnliche Aktionen, die vor allem Jugendliche in den Sozialen Medien erreichen und beeinflussen sollen. Die AKK sei derzeit bei den Neonazis die aktivste Gruppe, hieß es aus dem Innenministerium. Demnach schätzt der Verfassungsschutz in seinem Bericht das Mobilisierungspotenzial der Neonazis in Hessen insgesamt aber als gering ein.

Als Erfolg bewertet das Innenministerium, dass in Hessen im vergangenen Jahr im Gegensatz zu anderen Bundesländern kein rechtsextremistisches Konzert stattgefunden habe. Unter anderem habe Innenminister Peter Beuth (CDU) Bürgermeister persönlich darüber informiert, wie Anmietungen von Räumlichkeiten an Rechtsextremisten frühzeitig erkannt würden und am besten zu verhindern seien.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 14.09.2017, 19.30 Uhr