Abstimmung über die Ehe für alle im Bundestag
Abstimmung über die Ehe für alle im Bundestag Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Auch unter den Bundestagsabgeordneten aus Hessen sind die meisten für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Hier erfahren Sie, wie die hessischen Politiker in Berlin abgestimmt haben.

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Insgesamt erhielt die Ehe für alle im Bundestag eine Mehrheit von 393 zu 226 Stimmen. Hätten allein hessische Abgeordnete abgestimmt, hätte es mit 28 zu 16 Stimmen ebenfalls für eine Mehrheit gereicht. Auch 4 der 20 hessischen CDU-Abgeordneten stimmten für die Öffnung der Ehe, darunter CDU-Generalsekretär Peter Tauber aus dem Main-Kinzig-Kreis.

Die hessischen Abgeordneten von SPD, Linken und Grünen stimmten erwartungsgemäß für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Die fraktionslose Abgeordnete Erika Steinbach (Frankfurt) stimmte mit Nein.

Wie jeder Abgeordnete abgestimmt hat, steht hier. Vor der Abstimmung hatte es in den vergangenen Tagen in der hessischen CDU und auch im Landtag emotionale Diskussionen zum Thema geben.

Von "kein Unterschied" bis "heilige Ehe"

Befürworter und Gegner begründeten im Zuge der Abstimmung noch einmal ihre Haltung. So schrieb die CDU-Abgeordnete Kristina Schröder auf Facebook, warum sie mit Ja stimmte: "Was Liebe, Verantwortung und Verbindlichkeit angehen, gibt es schlicht keinen Unterschied zwischen der homosexuellen und der heterosexuellen Ehe." Der CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Willsch erklärte als Gegner der Ehe-Öffnung: "Die Ehe aber ist für mich als Christ 'heilig', das heißt 'zu Gott gehörig' und damit der willkürlichen Umdeutung durch den Gesetzgeber entzogen."

Der hessisch-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung sieht dagegen eine "lange Geschichte der Diskriminierung" beendet. Die Entscheidung stärke die Ehe "als Schutzraum einer verbindlichen, verlässlichen und verantwortungsvoll gelebten Partnerschaft". Der SPD-Abgeordnete Jens Zimmermann sagte: "Wir werden heute vielen Menschen in unserem Land etwas wichtiges geben und gleichzeitig niemandem etwas nehmen."

Einzelne Anfragen bei Standesämtern

Einen Anstrum auf die Standesämter gab es unterdessen am Freitag nicht. Es habe vereinzelte Anfragen gegeben, erklärten die Ämter in Frankfurt, Kassel und Darmstadt. Offenbar sei aber den meisten bewusst, dass das Gesetz erst in Kraft treten müsse und genaue Abläufe noch unklar seien.

Mit Ja stimmten:

CDU:
Katja Leikert (Hanau)
Kristina Schröder (Wiesbaden)
Peter Tauber (Main-Kinzig)
Matthias Zimmer (Frankfurt)

SPD:
Sören Bartol (Marburg-Biedenkopf)
Edgar Franke (Frankenberg)
Ulrike Gottschalck (Kassel)
Birgit Kömpel (Fulda)
Christine Lambrecht (Bergstraße)
Bettina Müller (Main-Kinzig)
Ulli Nissen (Frankfurt)
Sascha Raabe (Hanau)
Martin Rabanus (Rheingau-Taunus)
Gerold Reichenbach (Groß-Gerau)
Michael Roth (Heringen)
Hans-Joachim Schabedoth (Hochtaunus)
Dagmar Schmidt (Wetzlar)
Rüdiger Veit (Gießen)
Jens Zimmermann (Odenwald)
Brigitte Zypries (Darmstadt)

Linke:
Christine Buchholz (Offenbach)
Wolfgang Gehrcke (Frankfurt)
Sabine Leidig (Werra-Meißner)

Grüne:
Tom Koenigs (Gießen)
Nicole Maisch (Kassel)
Omid Nouripour (Frankfurt)
Kordula Schulz-Asche (Main-Taunus)
Wolfgang Strengmann-Kuhn (Offenbach)

Mit Nein stimmten:

CDU:
Michael Brand (Fulda)
Helge Braun (Gießen)
Stefan Heck (Marburg-Biedenkopf)
Helmut Heidrich (Hersfeld-Rotenburg)
Charles M. Huber (Darmstadt)
Franz Josef Jung (Groß-Gerau)
Markus Koob (Limburg-Weilburg)
Patricia Lips (Odenwald)
Michael Meister (Bergstraße)
Sybille Pfeiffer (Lahn-Dill)
Heinz Riesenhuber (Main-Taunus)
Bernd Siebert (Schwalm-Eder)
Thomas Viesehon (Waldeck-Frankenberg)
Peter Wichtel (Offenbach)
Klaus-Peter Willsch (Rheingau-Taunus)

Fraktionslos:
Erika Steinbach (Frankfurt)

Stimme nicht abgegeben:

CDU:
Oswin Veith (Wetterau)

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