Innenminister Beuth mit einem Polizisten
Innenminister Peter Beuth bei einer Polizei-Übung. Bild © picture-alliance/dpa

Wer als hessischer Polizist beim G20-Gipfel in Hamburg eingesetzt war, bekommt vom Land Sonderurlaub bewilligt. Außerdem lädt der Innenminister alle beteiligten Beamte zu einem Fest.

Innenminister Peter Beuth (CDU) habe allen in Hamburg eingesetzten Polizisten drei Tage Sonderurlaub gewährt, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstag zu hessenschau.de. Dies geschehe zusätzlich zum ohnehin üblichen Ausgleich der Überstunden. "Darüber hinaus wird die Landesregierung ein Grillfest für die Polizistinnen und Polizisten, die in Hamburg im Einsatz waren, ausrichten als Dank für den couragierten und unermüdlichen Einsatz."

Zuvor hatten Bundesländer wie Berlin, Hamburg und dem Saarland ihren G20-Einsatzkräften drei Tage Sonderurlaub gewährt. Auch in Schleswig-Holstein soll es bis zu drei Tage Sonderurlaub geben. Thüringen bewilligte einen Tag, was die Deutsche Polizeigewerkschaft als unzureichend kritisierte.

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die SPD in Hessen forderten am Dienstag vor der Entscheidung des Ministeriums drei Tage Sonderurlaub für bei G20 eingesetzte hessische Polizisten. "Dieser Einsatz hat unseren Polizistinnen und Polizisten Unmenschliches abverlangt", sagte die innenpolitische Sprecherin der SPD, Nancy Faeser.

Über 1.000 hessische Polizisten bei G20

Hessen hatte über 1.000 Polizisten für den G20-Einsatz in Hamburg abgestellt. Wegen der heftigen Krawalle hatte Hamburg während des Gipfels noch einmal zusätzliche Kräfte angefordert. In der Nacht zum Samstag war nach Angaben des Ministeriums eine "untere zweistellige Zahl" von ihnen leicht verletzt worden, in der Nacht zum Sonntag erlitten 131 hessische Beamte durch Reizgas leichte Verletzungen. Nach Angaben des Ministeriums kam das Reizgas aus Reihen der Gipfelgegner.

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Wie ich den G20-Gipfel erlebte

Die Bilder vom G20-Gipfel gehen Uwe Kümmel und Dirk Friedrichs nicht aus dem Kopf. Beide waren in Hamburg - der eine als Polizist, der andere als Gipfelgegner. Was sie dort erlebten, haben sie hessenschau.de geschildert.

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GdP-Landesvorsitzender Stefan Rüppel sagte: "Die Rund-um-die-Uhr Einsätze haben die Polizistinnen und Polizisten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht." Anlässlich des G20-Einsatzes forderte er eine Debatte über die aus seiner Sicht unzureichende Ausrüstung hessischer Alarmhundertschaften. "Mit der bestehenden Ausstattung schicken wir sie nahezu wehrlos und ungeschützt in solche Einsatzsituationen", sagte er.

Sendung: hr-iNFO, 11.07.2017, 17.00 Uhr