Kirtorf
Die 3.000-Einwohner-Stadt Kirtorf könnte in den nächsten Jahren mit Antrifttal fusionieren. Bild © Wikipedia.de/Sven Teschke

Der demografische Wandel und finanzielle Herausforderungen machen's möglich: Die Bürgermeister von Kirtorf und Antrifttal planen eine Gemeindefusion. Laut einer Studie würde sich das lohnen. Das letzte Wort sollen die Einwohner haben.

Rund sieben Kilometer trennen die Kleinstadt Kirtorf und die Gemeinde Antrifttal im Vogelsbergkreis. Eng zusammen arbeiten beide schon lange, nun wollen die Bürgermeister auch verwaltungstechnisch zusammenrücken. Im Auftrag der Kommunen hat der Hessische Städte- und Gemeindebund eine Machbarkeitsstudie zu einer möglichen Fusion erstellt. Von den Ergebnissen konnten sich die Bürgermeister Ulrich Künz (Kirtorf) und Dietmar Krist (Antrifttal, beide CDU) am Donnerstagabend im Rathaus von Kirtorf überzeugen.

Die Studie spricht sich eindeutig für eine Fusion aus. Eines der gewichtigsten Argumente dürfte die mögliche Einsparung von rund 360.000 Euro im Jahr sein, knapp ein Drittel davon allein durch den Wegfall einer Bürgermeisterstelle. Auch Einsparungen in der Verwaltung oder die gemeinsame Nutzung von Geräten auf den Bauhöfen würden die jährlichen Kosten drücken. Und es gäbe künftig nur noch ein Stadtparlament.

Bürgermeister wollen Einwohner entscheiden lassen

Allerdings sollen mit der Fusion keine Verwaltungsstandorte abgebaut werden, betonte Künz. Die Bürgernähe solle erhalten bleiben. In Infoveranstaltungen werden jetzt die Bürger über die geplante Fusion und den Inhalt der Studie informiert. Anschließend soll es einen Bürgerentscheid geben. Dafür müssten die politischen Gremien allerdings den Weg frei machen.

Fruchtet die Überzeugungsarbeit der Bürgermeister, könnte aus Kirtorf und Antrifttal bereits 2019 oder 2020 eine Einheit werden. Wie die neue Stadt heißen soll, steht noch nicht fest.

Karte Kirtorf Antrifttal
Bild © Bing Maps 2017

Vorbild aus dem Odenwald

Einen ähnlichen Bürgerentscheid gab es bereits im März 2016 im Odenwald: Damals stimmten die Bürger dafür, die Kommunen Beerfelden, Rothenberg, Sensbachtal und Hesseneck zusammenzulegen.

Sendung: hr-iNFO, 30.11.2017, 22 Uhr