Tauber
Der Tweet von CDU-Generalsekretär Peter Tauber - es folgte eine Welle der Empörung. Bild © Imago (Collage hr)

CDU-Generalsekretär und Bundestagsabgeordneter Peter Tauber wirft auf Twitter Mini-Jobbern vor, sie hätten nichts "Ordentliches" gelernt. Nach einem Shitstorm folgt die Entschuldigung.

Eigentlich wollte CDU-Generalsekretär Peter Tauber auf Twitter die Werbetrommel für das am Montag vorgestellte Wahlprogramm der CDU rühren. Doch dann handelte er sich am späten Abend vor allem Ärger ein. Als ein Nutzer fragte, ob das CDU-Versprechen von Vollbeschäftigung bis zum Jahr 2025 für ihn drei Minijobs bedeute, antwortete Tauber: "Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs."

@Golo677 @welt Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.

Spott und Kritik

Die Kritik folgte auf dem Fuße: "Realitätsfern" sei die Behauptung, urteilten Twitter-Nutzer. "Selbstentlarvend" und "arrogant" würde der CDU-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete aus dem Main-Kinzig-Kreis auftreten. Innerhalb von kurzer Zeit hat der Tweet über 1.000 Kommentare.

Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel bemerkte auf Twitter spitz, hier habe Tauber "mal wieder seine 'Sozialkompetenz' unter Beweis gestellt". Auch vom stellvertretenden Vorsitzenden der hessischen Jusos, Giorgio Nasseh, kam Spott in Tweet-Form: "Fakt ist doch: dieser Mann hat noch nie Dreck unter den Fingernägeln gehabt und weiß nicht was Arbeit bedeutet."

@petertauber hat mal wieder "seine" Sozialkompetenz unter Beweis gestellt. Scheuklappen würden möglicherweise sein Sichtfeld erweitern.

Erst Empören - dann Zurückrudern

Erst versucht Tauber, die Empörung in Aufmerksamkeit für das neue Wahlprogramm der CDU zu lenken, doch am Dienstagvormittag zieht er die Konsequenzen aus der immer weiter anschwellenden Kritik - wieder via Tweet: Er habe niemandem zu nahe treten wollen, wer drei Mini-Jobs brauche, um über die Runden zu kommen, der habe es nicht leicht. Der Tweet sei "blöd" formuliert gewesen.

Erst im Februar 2016 war Tauber bei Twitter aufgefallen: Er beschimpfte einen anderen Twitter-Nutzer als "Drecksnazi", nachdem der ein Zugunglück in Bad Aibling mit einem geschmacklosen Tweet kommentiert hatte. Auch damals folgte die Empörung zeitnah - in einer Tweet-Flut.

Sendung: hr3, 04.07.2017, 10 Uhr

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