Das verwüstete RCDS-Büro. Die Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordete Ulli Nissen und Mitarbeiter Nis Thiemeier vor dem Kanzleramt in Berlin.
Das verwüstete RCDS-Büro. Die Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordete Ulli Nissen und Mitarbeiter Nis Thiemeier vor dem Kanzleramt in Berlin. Bild © RCDS Frankfurt e.V. / Facebook Ulli Nissen

Jusos haben an der Universität Frankfurt das Büro des Ringes Christlich-Demokratischer Studenten verwüstet. Die Polizei ermittelt - auch gegen einen studentischen Mitarbeiter der Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordneten Ulli Nissen.

An der Frankfurter Goethe-Universität gibt es nach einem Vorfall vor Weihnachten Streit zwischen der Hochschulgruppe der Jungsozialisten (Jusos) und dem Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Vor einer Woche traten zwei Juso-Mitglieder nach einer Feier die Tür zum RCDS-Büro im Studierendenhaus im Stadtteil Bockenheim ein und verwüsteten den Raum. Dabei verschafften sie sich laut RCDS Zugang zu internen Unterlagen.

Die Juso-Hochschulgruppen sind der Studentenverband der SPD, der RCDS steht CDU und CSU nahe.

Verfahren wegen Hausfriedensbruchs

"Es hat eine Sachbeschädigung gegeben, das Verfahren wegen Hausfriedensbruchs läuft", sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei am Mittwoch und bestätigte Berichte verschiedener Frankfurter Zeitungen (Bild, FAZ, FNP). Bei einem der beiden beschuldigten Juso-Mitglieder handelt es sich um Nis Thiemeier, wie der RCDS-Landesvorsitzende Marius Hegmann hessenschau.de sagte.

Der RCDS schrieb auf Facebook, Thiemeier habe laut eigener Aussage nur testen wollen, "wie stabil unsere Bürotür sei und dabei sei es reiner Zufall gewesen, dass er und sein Komplize ausgerechnet vor unserer Tür und nicht der der vielzähligen anderen Hochschulgruppen standen". Er habe aber nicht erklären können, "weshalb er nach diesem völlig misslungenen 'Stabilitäts-Check' dennoch unser Büro betreten und es verwüstet hat".

Die zerstörte Tür zum RCDS-Büro
Die zerstörte Tür zum RCDS-Büro Bild © RCDS Frankfurt e.V.

Nissen mahnt Mitarbeiter ab

Thiemeier ist studentischer Mitarbeiter der Frankfurter Bundestagsabgeordneten Ulli Nissen" (SPD). Nissen teilte am Mittwoch auf hessenschau.de-Anfrage mit, Thiemeier erhalte wegen des Vorfalls eine Abmahnung.

"Ich erwarte von meiner Mitarbeiterschaft generell ein korrektes und faires Verhalten", schrieb Nissen. Es sei gut, dass sich Thiemeier "klar zu seinem großen Fehler bekennt, sich auch direkt beim RCDS entschuldigt und deren Büro wieder mit aufgeräumt" habe.

Rücktritt als Juso-Landeskoordinator

Thiemeier war erst kürzlich zum Landeskoordinator der Juso-Hochschulgruppen Hessen gewählt worden. Von diesem Amt trat er am Mittwoch zurück. In diesem Zuge gebe er auch alle damit verbundenen Positionen bei den Jusos ab, teilten diese bei Facebook mit.

RCDS-Landeschef Hegmann hatte nach der Randale persönliche Konsequenzen gefordert: "Wer Türen des politischen Mitbewerbers eintritt, Büros verwüstet und sich illegal Zugang zu fremden, internen Unterlagen verschafft, muss die vollen Konsequenzen tragen und hat nichts in der Politik verloren", schrieb er auf Facebook.

Jusos distanzieren sich von Randalierern in eigenen Reihen

Die Jusos entschuldigten sich auf Facebook für den "äußerst bedauerlichen Vorfall", den sie wie folgt beschreiben: "Zwei stark alkoholisierte Mitglieder unserer Gruppe beschädigten eine Tür sowie Inventar des Gruppenraumes des RCDS. Die beiden Personen bereuen den Vorfall zutiefst und haben sich bei einem Treffen mit dem RCDS persönlich dafür entschuldigt." Sie hätten in eigener Verantwortung gehandelt "und auf keinen Fall im Sinne unserer Hochschulgruppe".

Sendung: hr-iNFO, 27.12.2017, 17:00 Uhr