Logos der Kleinen Parteien
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Veganer, Rechte oder Satire-Partei: Neben den großen Platzhirschen wollen zahlreiche Mini-Parteien den Einzug in den Bundestag schaffen. Zwölf von ihnen treten mit einer eigenen Liste in Hessen an. Die Parteien im Kurzporträt.

Überblick: V-Partei³ | ÖDP | Tierschutzpartei | Piratenpartei | BGE | MLPD | DKP | Die PARTEI | Freie Wähler | BüSo | Deutsche Mitte | NPD

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V-Partei³

Gründungsjahr: 2016
Ergebnis 2013 in Hessen: nicht angetreten
Spitzenkandidat in Hessen: Leonardo Fazio (*1977), Autoverkäufer aus Bad Vilbel

Titel des Parteiprogramms: "Wir lieben das Leben"
Wichtigstes Ziel: Die junge Partei will das Sprachrohr der Vegetarier und Veganer sein. Sie setzt sich für mehr ökologische Landwirtschaft und gegen Massentierhaltung ein.
Weitere Forderungen: Die V-Partei³ will die Folgen von Wachstum, Konsum und Essverhalten ins Bewusstsein rücken. Das Schlachten von Tieren soll verboten werden. In der Schule soll das Fach Ernährung und Pflanzendrinks eingeführt werden. Zudem sollen Waffenexporte gestoppt und Fluchtursachen bekämpft werden.
Wahlprogramm zum Nachlesen

ÖDP

Gründungsjahr: 1982
Ergebnis 2013 in Hessen: nicht angetreten
Spitzenkandidat in Hessen: Angela Ramona Binder (*1978), freiberuflich aus Linsengericht

Titel des Parteiprogramms: "Mensch vor Profit"
Wichtigstes Ziel: Der Schutz der Umwelt steht im Mittelpunkt der Partei. Klima und Ressourcen der Erde sollen für nachfolgende Generationen bewahrt werden.
Weitere Forderungen: Die ÖDP will die bäuerliche Landwirtschaft stärken und lehnt die Massentierhaltung und Gentechnik ab. Mehr Unterstützung für ärmere Familien sowie ein Mindestlohn von zwölf Euro stehen auch auf ihrer Agenda. Firmenspenden an Parteien sollen verboten und die Familie gestärkt werden.
Wahlprogramm zum Nachlesen (pdf-Datei)

Tierschutzpartei

Gründungsjahr: 1993
Ergebnis 2013 in Hessen: nicht angetreten
Spitzenkandidat in Hessen: Claudia Scharnagl (*1960), kaufmännische Angestellte aus Wehrheim

Titel des Parteiprogramms: "Ehrliche Politik für alle"
Wichtigstes Ziel: Der Kampf gegen die Ausbeutung von Tieren steht im Mittelpunkt. Tiere sieht die Partei als "Mitgeschöpfe" mit unveräußerlichen Grundrechten. Massentötungen männlicher Küken, Käfighaltung von Nutztieren und Tierversuche sollen abgeschafft werden.
Weitere Forderungen: Die Partei macht sich für Kranke, Behinderte, Arme, Obdachlose und andere Minderheiten stark. Die Partei fordert gleiche Bezahlung von Männern und Frauen sowie eine Bürgerrente von mindestens 600 Euro ab dem 65. Lebensjahr.
Wahlprogramm zum Nachlesen

Piratenpartei

Gründungsjahr: 2006
Ergebnis 2013 in Hessen: 2,1%
Spitzenkandidat in Hessen: Sebastian Alscher (*1976), Dipl.-Kaufmann aus Frankfurt

Titel des Parteiprogramms: "Freu Dich aufs Neuland"
Wichtigstes Ziel: Die Piratenpartei hat weiterhin das Thema Netzpolitik zum Schwerpunkt. Entsprechend sind in ihrem Wahlprogramm der Datenschutz und das Prinzip der informationellen Selbstbestimmung zentrale Forderungen.
Weitere Forderungen: Eine Stärkung der Bürgerrechte und mehr Transparenz im Staatswesen sind weitere Kernforderungen. Hinzu kommen: Netzneutralität und freies WLAN in allen öffentlichen Einrichtungen, freier Zugang zu Bildung und ein modernes Zuwanderungsgesetz.
Wahlprogramm zum Nachlesen

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BGE

Gründungsjahr: 2016
Ergebnis 2013 in Hessen: nicht angetreten
Spitzenkandidat in Hessen: Valentine Reimer (*1971), selbständig aus Bensheim

Titel des Parteiprogramms: "Grundeinkommen ist wählbar"
Wichtigstes Ziel: Das Bündnis Grundeinkommen ist eine monothematische Partei, die als einziges Ziel hat, in Deutschland die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens voranzubringen. Dieses soll allen Menschen unabhängig von sonstigen Einkommen zur Verfügung stehen.
Weitere Forderungen: Die Partei verfolgt keine weiteren Ziele.
Wahlprogramm zum Nachlesen

MLPD

Gründungsjahr: 1982
Ergebnis 2013 in Hessen: 0,0%
Spitzenkandidat in Hessen: Peter Georg Weispfennig (*1967), Rechtsanwalt aus Herne

Titel des Parteiprogramms: "Internationalistisch, antifaschistisch, klassenkämpferisch, revolutionär"
Wichtigstes Ziel: Die MLPD will eine "klassenlose kommunistische Gesellschaft" herbeiführen und sieht sich in der Tradition von Marx, Engels, Stalin und Mao Tsetung.
Weitere Forderungen: Die Partei fordert die Abschaffung der Hartz-IV-Regelungen und die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Sie kämpft für höhere Löhne und lehnt Leiharbeit ab. "Freiheit für Kurdistan und Palästina" ist eine weitere Forderung der Kommunisten. Die Partei wird vom Verfassungsschutz beobachtet.
Wahlprogramm zum Nachlesen (pdf-Datei)

DKP

Gründungsjahr: 1968
Ergebnis 2013 in Hessen: nicht angetreten
Spitzenkandidat in Hessen: Axel Koppey (*1967), Angestellter aus Rödermark

Titel des Parteiprogramms: "Stoppt den sozialen Kahlschlag und den Abbau demokratischer Rechte!"
Wichtigstes Ziel: Das Hauptziel der DKP ist die Errichtung einer sozialistischen bzw. kommunistischen Gesellschaft. Dazu müsse es einen "Bruch mit den kapitalistischen Eigentums- und Machtverhältnissen" geben.
Weitere Forderungen: Die DKP fordert mehr Investitionen in Wohnungen, Bildung und Krankenhäuser. Soziale Leistungen sollen aufgestockt werden, vor allem durch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes und eine Vermögenssteuer. Die Bundeswehr soll abgerüstet werden und ihre Auslandseinsätze beenden. Die Partei wird vom Verfassungsschutz beobachtet.
Wahlprogramm zum Nachlesen

Die PARTEI

Gründungsjahr: 2004
Ergebnis 2013 in Hessen: 0,5%
Spitzenkandidat in Hessen: Alix Elisabeth Anneliese Schwarz (*1989), Sekretärin aus Frankfurt

Titel des Parteiprogramms: "JA zu Politik, NEIN zu Politik!"
Wichtigstes Ziel: Die PARTEI ist eine Satirepartei. In ihrem Wahlprogramm macht sie sich für die Durchsetzung allumfassender universeller Gerechtigkeit stark - "zumindest aber doppelt so viel Gerechtigkeit wie die SPD". 
Weitere Forderungen: Weitere Forderungen der PARTEI sind eine sofortige "Bierpreisbremse", eine staatliche Förderung für junge Mutter ("MILF-Geld statt Cougar-Rente") sowie "Artenschutz für die Grünen".
Wahlprogramm zum Nachlesen

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Freie Wähler

Gründungsjahr: 2009
Ergebnis 2013 in Hessen: 0,8%
Spitzenkandidat in Hessen: Engin Eroglu (*1982), selbständig aus Schwalmstadt

Titel des Parteiprogramms: "Die anständige Alternative"
Wichtigstes Ziel: Die "Freien Wähler" sind die überregionale politische Vereinigung freier Wählergemeinschaften. Sie will vor allem die Kommunalpolitik stärken und fordert eine bürgernahe Politik durch mehr Basisdemokratie.
Weitere Forderungen: Die wertkonservative Partei lehnt den Euro-Rettungsschirm ab und fordert den Ausstieg von Krisenländern aus dem Euro. Managergehälter sollen begrenzt und der direkte Wechsel von Politikern in die Wirtschaft unterbunden werden. Ihre Grundwerte sind unter anderem Respekt, Ordnung, Sicherheit, Fleiß, Familie und Heimat.
Wahlprogramm zum Nachlesen (pdf-Datei)

BüSo

Gründungsjahr: 1992
Ergebnis 2013 in Hessen: 0,0%
Spitzenkandidat in Hessen: Alexander Hartmann (*1961), Chefredakteur aus Wiesbaden

Titel des Parteiprogramms: "Erst kommen die Menschen"
Wichtigstes Ziel: Die BüSo will eine neue Weltwirtschaftsordnung, da sich die Welt in einem "Systemkollaps der globalisierten Finanzmärkte" befinde.
Weitere Forderungen: Die Partei fordert eine Rückkehr des alten Währungs-Wechselkurssystems nach Bretton Woods und die Abschaffung des Euro. Deutschland soll aus der EU austreten und zurück zur Atomenergie. Sie fordert einen Anschluss an das chinesische Wirtschaftsprojekt einer "Neuen Seidenstraße" und leugnet den Klimawandel. Bundesvorsitzende ist Helga Zepp-LaRouche, Ehefrau von Lyndon LaRouche. Die von ihm gegründete weltweite LaRouche-Bewegung betrachten viele Kritiker als Polit-Sekte.
Wahlprogramm zum Nachlesen

Deutsche Mitte

Gründungsjahr: 2013
Ergebnis 2013 in Hessen: nicht angetreten
Spitzenkandidat in Hessen: Gottfried Glöckner (*1962), Landwirtschaftsmeister aus Hochheim

Titel des Parteiprogramms: "Politik geht anders"
Wichtigstes Ziel: Die DM steht nach eigenen Angaben für eine "ethische Politik im Sinne der Bewahrung der Schöpfung". Eine zentrale Forderung gibt es nicht.
Weitere Forderungen: Gefordert wird von der DM ein Einwanderungsgesetz mit "niedrigen Obergrenzen", "Massenzuwanderung" soll an den Außengrenzen Deutschlands unterbunden werden. EU und Euro werden ebenso abgelehnt wie das "Impf-Mobbing". Die Partei ist israelkritisch und lehnt eine "deutsche Staatsräson für die Sicherheit Israels" ab.
Wahlprogramm zum Nachlesen (pdf-Datei)

NPD

Gründungsjahr: 1964
Ergebnis 2013 in Hessen: 1,1%
Spitzenkandidat in Hessen: Jean-Christoph Fiedler (*1982), Angestellter aus Viernheim

Titel des Parteiprogramms: "Heimat verteidigen"
Wichtigstes Ziel: Die rechtsextremistische Partei will ausschließlich die Interessen der "ethnischen Deutschen" vertreten. In ihrem Programm richtet sie sich gegen "Massenzuwanderung, Islamisierung und Überfremdung".
Weitere Forderungen: Die Forderungen der NPD stehen alle im Kontext ihrer völkischen Ideologie. Das sogenannte Müttergehalt soll nur deutschen Frauen zustehen. Die Hartz-IV-Gesetze werden abgelehnt, eine Einheitsversicherung sowie die Rückkehr der D-Mark gefordert. Die Partei wird vom Verfassungsschutz beobachtet.
Wahlprogramm zum Nachlesen (pdf-Datei)