Fulda
Der Dom in der Stadt Fulda Bild © Stadt Fulda

Den Menschen im Landkreis Fulda geht es gut - die Arbeitslosigkeit ist niedrig und die Region zieht Leute an. Sorgen bereitet manchen allerdings der Bau einer geplanten Starkstromtrasse, die durch den Landkreis führen könnte.

Die größten Herausforderungen

Die Stadt Fulda und ihre Nachbargemeinden Künzell und Petersberg boomen.  Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt. Auch die Hochschule Fulda wächst. Die Zahl der Studenten hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren von 2.000 auf 7.000 erhöht. Die Folge: Wohnraum wird knapp. Es werden immer mehr Wohnungen gebaut, allerdings oft zu horrenden Preisen verkauft. Die Kehrseite: Auf dem Land gibt es immer weniger Geschäfte und immer weniger Ärzte.

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Die Ausgangslage

Der Wahlkreis Fulda ist eine CDU-Hochburg. Seit 1949 wurde immer der Direktkandidat der CDU in den Bundestag berufen. Die traditionell konservative Ausrichtung des Wahlkreises ist sicher auch bedingt durch die hohe Anzahl gläubiger Katholiken. Fulda ist eine katholische Enklave. Der Direktkandidat, der bei der letzten Bundestagswahl die meisten Stimmen erhielt, ist Michael Brand (CDU).

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Der Wahlkreis im Kurzporträt

Fulda ist eine recht wohlhabende Region, denn auf dem Arbeitsmarkt steht der Landkreis Fulda seit Jahren an Hessens Spitzenposition. Die Arbeitslosenquote im Kreis Fulda lag im Juli mit 3 Prozent wieder deutlich unter dem Hessendurchschnitt. Im Mai und Juni verzeichnete Fulda sogar einen historischen Tiefstand mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent.

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Wer sind die Direktkandidaten?

Es gibt acht Bewerber: Michael Brand (CDU), Birgit Kömpel (SPD), Sibylle von Brunn (FDP),  Walter Rammler (Bündnis 90/Die Grünen), Nick Papak Amoozegar (Die Linke), Michael Krebühl (Freie Wähler), Martin Hohmann (AfD) und Martin Kohlhepp (NPD).

Die Topthemen vor der Wahl

Die von der Bundesnetzagentur geplante Starkstromtrasse SuedLink könnte durch den Wahlkreis Fulda verlaufen. Umweltschützer fürchten negative Auswirkungen auf die Natur. Politiker betonen, die Landschaft sei bereits stark beeinträchtigt durch die Autobahn, Bundesstraßen, die Schnellbahntrasse, Erdgasleitungen und die Leitung für die Salzlauge von K+S. Auch der geplante Aus- und Neubau der Bahnstrecke zwischen Gelnhausen und Fulda sorgt für Diskussionen. In Kalbach und Neuhof haben betroffene Anwohner Bürgerinitiativen gegründet. Drei von sieben Varianten der Trassenführung tangieren diese beiden Gemeinden unmittelbar. In Eichenzell will eine Firma eine Schredderanlage für Bauschutt errichten. Die Bürger fürchten um ihre Gesundheit. Die Politiker müssen versuchen, den Interessen der Anwohner und des Unternehmens gerecht zu werden.

Das sind die wichtigsten "Köpfe"

Michael Brand (CDU) ist im Bundestag ordentliches Mitglied im Kuratorium der Bundeszentrale für politische Bildung, im Verteidigungsausschuss und im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Birgit Kömpel (SPD) ist im Bundestag ordentliches Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur. Martin Hohmann (AfD) ist seit März 2016 Fraktionsvorsitzender der AfD im Kreistag Fulda. Von 1998 bis 2003 war er CDU-Bundestagsabgeordneter. Wegen einer antisemitischen Rede am 3. Oktober 2003 wurde er aus der Bundestagsfraktion und danach aus der CDU ausgeschlossen.

So gehen die Parteien in den Wahlkampf

Die CDU kämpft für den Ausbau der ICE-Bahnstrecke Fulda-Frankfurt. Der Bundestagsabgeornete Michael Brand nennt das eine strategische Entscheidung, von der die Pendler und Fulda als Kongress-Stadt auf Jahrzehnte profitieren werden. Außerdem setzt sich die CDU für den Ausbau des Bundespolizeistandortes Hünfeld und schnelles Internet in Rhön und Vogelsberg ein. Die SPD kämpft für unbefristete Arbeit zu anständigen Löhnen, gebührenfreie Bildung, Bekämpfung der Altersarmut, Abschaffung der Kita-Gebühren, Abschaffung der Zwei-Klassen-Medizin durch eine Bürgerversicherung, Familienarbeitszeit für Eltern und pflegende Angehörige, mehr Sicherheit durch mehr Polizei und eine bessere Unterstützung der ländlichen Gemeinden. Die FDP wünscht sich ebenfalls Bildung für jeden und mehr Sicherheit, aber auch besseren Datenschutz sowie erleichterten Erwerb von Wohneigentum.

Diese Entscheidungen stehen am 24. September noch an

Außer der Bundestagswahl gibt es im Wahlkreis 174 gleich zwei Landratswahlen (Fulda und Vogelsbergkreis). Fuldas Landrat Bernd Woide (CDU) wirbt um eine dritte Amtszeit. Gegenkandidaten sind Simon Schüler (SPD) und Wolfgang Lörcher (Die Linke). Im Vogelsbergkreis kandidiert Amtsinhaber Manfred Görig (SPD) gegen Friedel Kappes (parteilos).

Es gibt auch Bürgermeisterwahlen: In der Gemeinde Petersberg (Kreis Fulda) geht Amtsinhaber Karl-Josef Schwidessen (CDU) in den Ruhestand. Es kandidieren Carsten Froß (CDU), Peter Geffe (parteilos) und Torsten Jahn (Die Linke/Offene Liste). In Ulrichstein im Vogelsbergkreis hofft Amtsinhaber Edwin Schneider (parteilos) auf seine Wiederwahl. Gegenkandidaten hat er nicht. In Herbstein tritt der amtierende Bürgermeister Bernhard Ziegler gegen Michael Ruhl von der CDU an.

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