Hochtaunus-Landrat Krebs (l.) und seine Herausforderer Enslin (Grüne) und Grupe (FDP)
Hochtaunus-Landrat Krebs (l.) und seine Herausforderer Enslin (Grüne) und Grupe (FDP) Bild © Ulrich Krebs/Ellen Enslin/Holger Grupe

Amtsinhaber Ulrich Krebs (CDU), die Grüne Ellen Enslin oder Holger Grupe von der FDP - wer wird am Sonntag Landrat im Hochtaunuskreis? Wir stellen die Kandidaten vor.

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Im Hochtaunuskreis wird am Sonntag ein neuer Landrat gewählt. Der amtierende Kreischef Ulrich Krebs (CDU) strebt eine dritte Amtszeit an. Als Gegenkandidaten stehen Ellen Enslin (Grüne) und Holger Grupe (FDP) zur Wahl.

Die SPD hat keinen eigenen Kandidaten. Sie bildet gemeinsam mit der CDU  eine Große Koalition im Kreistag. Bei der Landratswahl 2012 lag die Wahlbeteiligung bei 26 Prozent. Wahlberechtigt sind etwa 178.000 Menschen.

Ulrich Krebs (CDU)

Krebs ist seit 2006 Landrat des Hochtaunuskreises. Zuvor war er Bürgermeister in Flörsheim (Main-Taunus). In die Amtszeit des studierten Historikers und Rechtswissenschaftlers fallen der Bau der neuen Hochtaunus-Kliniken an den Standorten Bad Homburg und Usingen.

Außerdem führte er das Programm "Schulen für das 21. Jahrhundert" fort. Dafür wolle er sich weiter stark machen, sagte Krebs vor der Wahl. Seit 2000 wurden bereits 800 Millionen Euro in Neubau und Sanierung von Schulen investiert. Weitere sollen folgen. Dazu gehört für Krebs auch der Bau von Betreuungszentren an den Grundschulen.

Sein Ansporn sei, im Kreis "das Leben für Familien weiter zu verbessern". Sollte er wieder gewählt werden, will er sich weiter für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs stark machen: für den geplanten Bau der Regionaltangente-West und vor allem für eine Elektrifizierung der Taunusbahn. Er strebt eine S-Bahn-Verlängerung bis ins Usinger Land an.

Ellen Enslin (Grüne)

Enslin versuchte schon einmal den Sprung ins Kreishaus. Damals scheiterte sie an Krebs. Seit Beginn der 1990er Jahre ist die 57-Jährige bei den Grünen engagiert. In ihrer Wahlheimat Usingen ist die in Schleswig-Holstein aufgewachsene Enslin Fraktionsvorsitzende. Sie ist Mitglied des Kreistages. Fünf Jahre lang war die Unternehmensberaterin Mitglied des Hessischen Landtages.

Sollte sie gewählt werden, werde sie sich vor allem für mehr Bürgerbeteiligung einsetzen, betonte Enslin. In einer "Perspektive 2025" sollen Bürger Konzepte für ihren Kreis mitentwickeln. Enslins Themen sind außerdem Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung im Kreis. Das sei dringend nötig, denn Konzepte für einen aktiven Klimaschutz gebe es zur Zeit nicht. Enslin will unter anderem die Installation von Fotovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden voranreiben. Bürger sollen in einem kreiseigenen Energiekompetenzzentrum beraten werden können.

Auch Enslin setzt auf den Ausbau des Nahverkehrs durch die S-Bahn-Verlängerung und der Regionaltangente West. Sie will außerdem Radwege und Car-Sharing-Angebote ausbauen.

Holger Grupe (FDP)

Grupe wird in den eigenen Reihen als "echte bürgerliche Alternative zum Amtsinhaber" beworben. Der 40-Jährige arbeitet bei einem internationalen Finanzdienstleister. Er ist Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Kronberg und dort auch FDP-Vorsitzender. Auf Kreisebene ist er stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Grupe will mit Themen wie Bildung sowie besserer und günstigerer Kinderbetreuung punkten. Die Aufgaben des Kreises will er unter die Lupe nehmen und, wenn möglich, privatisieren - etwa beim Taunus-Menü-Service, dem kreiseigenen Caterer für Seniorenheime, Schulen, Kindergärten. Die Infrastruktur soll verbessert, die Digitalisierung vorangetrieben werden. Als Landrat will er ebenso wie Enslin Radwege bauen sowie mehr Ladestationen für die Förderung von E-Mobilität errichten.