OB-Wahl Offenbach Kandidaten
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hessenschau.de: Ihre politische Arbeit in drei Schlagworten:

Elke Kreiss: Kritisch - solidarisch - weltoffen

hessenschau.de: Warum wären Sie der richtige Oberbürgermeister für Offenbach?

Kreiss:

  • Weil ich trotz schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse längst überfällige Schulsanierungen befördern will.
  • Weil ich im Rahmen der Stadtentwicklung das Recht auf angemessene Wohnverhältnisse in den Vordergrund stellen werde.
  • Weil ich die Schieflage, die durch den Schutzschirm entstanden ist, durch andere Prioritätensetzung minimieren möchte: Als Maßstab muß das soziale Miteinander der EinwohnerInnen Offenbachs gelten und nicht die Profite der Investoren.
  • Weil ich strikt gegen Privatisierung öffentlicher Einrichtungen bin: Die Kommune braucht die Wirtschaft und muß Rat und Unterstützung gerne nutzen - zum Wohle Aller. Aus meiner Sicht ein Geben und Nehmen. Die Kompetenz und Entscheidungsgewalt aber muss im Rathaus bleiben.
  • Eine solidarische Gemeinschaft bedeutet Teilhabe für Alle. Das beinhaltet neben einer angemessenen Bürgerbeteiligung Transparenz am städtischen Geschehen.
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Elke Kreiss

Geburtsdatum: 30. Juli 1954
Geburtsort: Flein bei Heilbronn am Neckar
Familienstand: verwitwet, 2 Kinder, 2 Enkel
Erlernter Beruf: Industriekauffrau und Betriebswirtin
Ausgeübter Beruf: Kaufmännische Angestellte und Frauenbeauftragte

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hessenschau.de: Wie unterscheiden Sie sich von Ihren Mitbewerbern?

Kreiss: Ich bin zwar nicht an Jahren, aber politisch relativ neu und unverbraucht. Von sogenannten (parteipolitischen) Sachzwängen lasse ich mich wenig beeindrucken. Ich bleibe am Thema und bin lösungsorientiert. Ich schaue über den Tellerrand und habe kein Problem damit, zum Wohle der Stadt neue Wege zu suchen. Sicherlich nicht einfach. Stetigkeit und Verlässlichkeit sind unabdingbar. Vor allem Verhandlungsgeschick gepaart mit einer gewissen Penetranz. Das bringe ich mit, nicht mehr und nicht weniger. Last but not least habe ich mich von meiner Partei auch zur OB-Kandidatin wählen lassen, weil weibliche Kompetenz in der Führungsriege Offenbachs derzeit nicht vorkommt. Seit dem Ausscheiden von Birgit Simon ist der Magistrat wieder rein männlich dominiert. Das kann aus meiner Sicht nicht so bleiben und ist auch nicht zeitgemäß: Frauen sind schließlich die Hälfte des Kapitals.

hessenschau.de: Welches Problem in Offenbach würden Sie als OB als erstes angehen?

Kreiss: Auf jeden Fall würde ich mich mit den überfälligen Schulsanierungen beschäftigen. Durch die schwierigen wirtschaftlichen Strukturveränderungen musste Offenbach den Rotstift ansetzen. Dienstleistungen wurden verschlechtert und durch den Verkauf von Grund und Boden Besitz abgegeben, der für eine soziale Stadtentwicklung dringend gebraucht wird. Hier gilt es, Schadensbegrenzung zu betreiben.

hessenschau.de: Steigende Einwohnerzahlen, wachsende Mieten: Offenbach verändert sich schnell. Wird die Stadt für die alten Einwohner bald zu teuer?

Kreiss: Aktuell ist diese Befürchtung angebracht. Politisch muss dringend gegengesteuert werden: Wir brauchen nicht nur neue hochpreisige Wohnungen. Wir brauchen auch bezahlbare Wohnungen. Ziel: Keine Familie darf mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für Wohnen  ausgeben müssen.

hessenschau.de: Welche weiteren Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Kreiss: Privatisierungsbestrebungen der öffentlichen Hand künftig verhindern, Re-Kommunalisierung bereits privatisierter öffentlicher Einrichtungen vorantreiben. Kompetenz in eigener Regie. Eine vorbildliche Beschäftigungspolitik betreiben, die tariflich bezahlte Arbeit sichert und prekäre Beschäftigungen verhindert. Diese Bedingung ist auch bei Ausschreibungen vorzugeben.

hessenschau.de: Ein Blick aufs Jahr 2023 - wie sollte sich Offenbach nach Ihrer sechsjährigen Amtszeit verändert haben?

Kreiss:

  • Raus aus der Schuldenbremse - Entschuldung durch das Land Hessen, wie zugesagt.
  • Eine Stadtentwicklung, die sich sehen lassen kann: Entzerrung des Autoverkehrs, ein dichtes Fahrradwegenetz, öffentliche Grünflächen, Naherholungsgebiete und modernisierte Freizeit- und Sportanlagen.
  • Reduzierter Fluglärm und ein erweitertes Nachtflugverbot.
  • Eine ausreichende Anzahl an Kitas sowie moderne (echte) Ganztagesschulen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern.
  • Unabhängig und selbstbestimmt im Alter und einkommensunabhängige Betreuungsmöglichkeiten.
  • Eine Stadt, die kulturell einiges zu bieten hat.
  • Ich wünsche mir eine Stadt, in der sich Menschen unabhängig von ihrem sozialen Status und ihrer Herkunft angenommen fühlen: Offenbach ist unsere Stadt.
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Persönliches

Das mag ich an Offenbach besonders ...
... Offenbach hat Charakter: Die Bevölkerungsstruktur ist vielfältig, Das mag ich sehr. Die BewohnerInnen sind selbstbewußt, mit Ecken und Kanten, bodenständig und engagiert. Die Mischung von Großstadtflair und Zusammenhalt im Kleinen.

Mein Lieblingsort in Offenbach ist ...
... der Wilhelmsplatz: als Treffpunkt der Markt, die vielen kleinen Geschäfte, die Lokale. Damit bin ich nicht allein: Die gut besetzten Lokale zeigen, wie sehr dieser Platz angenommen wird.

Wenn ich nicht Politik mache ...
... bin ich bei meinen Kindern und Enkeln, die nicht in Offenbach leben. Auf Reisen in fernen Länder. Lasse mir in Offenbach und Umgebung per pedes oder mit dem Fahrrad den Wind um die Nase wehen. Lese ich gerne oder gehe ins Theater. Das Leben ist spannend!

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