OB-Wahl Offenbach Kandidaten Helge Herget
Helge Herget Bild © Privat

hessenschau.de: Ihre politische Arbeit in drei Schlagworten:

Helge Herget: Transparenz - Bürgerbeteiligung - Teilhabe

hessenschau.de: Warum wären Sie der richtige Oberbürgermeister für Offenbach?

Herget:

  • Weil ich keine Leichen im Kommunalkeller habe.
  • Weil ich 35 Jahre Industrieerfahrung in Offenbach habe.
  • Weil ich Offenbach zur Mitmachstadt entwickeln will.
  • Weil ich für Integration, Teilhabe und Transparenz im Rathaus bin.
  • Weil ich auf keine Seilschaften Rücksicht nehmen muss.
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Helge Herget

Geburtsdatum: 30. März 1958
Geburtsort: Offenbach
Familienstand: verheiratet, ein Sohn
Erlernter Beruf: Modelltischler, Gießereiingenieur
Ausgeübter Beruf: Gießereileiter und Vetriebsleiter

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hessenschau.de: Wie unterscheiden Sie sich von Ihren Mitbewerbern?

Herget: Ich komme nicht aus dem typischen Berufspolitikermilieu. Mir ist die Bürgerbeteiligung sehr wichtig, nicht nur als Wahlkampfrhetorik, wie wir sie in den vergangenen Jahren von den etablierten Parteien oft genug erlebt haben. Ich möchte das wirklich umsetzen. Und ich möchte mehr Transparenz in den politischen Entscheidungen, z.B. mit einer Transparenzverordnung in Offenbach. Diese verpflichtet die Behörden, Informationen zu veröffentlichen, sogar wenn noch niemand Auskunft verlangt hat. Es gibt Beispiele von Kommunen in Deutschland, die so etwas umgesetzt haben, und Offenbach könnte ein weiteres Beispiel werden.

hessenschau.de: Welches Problem in Offenbach würden Sie als OB als erstes angehen?

Herget: Es wird zwar viel gebaut, aber leider zu wenig bezahlbare und bedarfsgerechte Wohnungen. Hier wäre eine Quotenregelung für Bauträger nötig, noch besser der Ausbau der kommunalen eigenverantwortlichen Anstrengungen in Form von genossenschaftlichen Wohnungsbaugesellschaften. Milieuschutz halte ich dagegen für den falschen Weg. Genossenschaftswohnungen sind günstiger, da keine Profite erzielt werden müssen. Leider ist die Grundstücks- und Bebauungspolitik in Offenbach in eine falsche Richtung gegangen. Kaum ein Grundstück ist noch in kommunaler Hand, alles ist an private Investoren verscherbelt worden.

hessenschau.de: Steigende Einwohnerzahlen, wachsende Mieten: Offenbach verändert sich schnell. Wird die Stadt für die alten Einwohner bald zu teuer?

Herget: Neben der Notwendigkeit von Genossenschaften müssen wir zu einem seriellen Bauen in Fertigbauweise, nach dem Baukastenprinzip, kommen. Dies ist preiswert, kann aber trotzdem qualitativ hochwertig sein. Die Vorteile einer Serienproduktion liegen in der Flexibilität und Schnelligkeit der Ausführung, in standardisierten und daher schnellen Baugenehmigungen und in kostengünstigen Verfahren. Die Stadt braucht einen eigenen Wohnraum-Beauftragten, der diese Entwicklungen vorantreibt. Dieses muss ganz und gar transparent erfolgen, mit ständiger Bürgerbeteiligung. Bezahlbarer Wohnraum in Offenbach soll nicht nur für neue Einwohner, sondern auch für die alten Einwohner bereitgestellt werden. Niemand soll gezwungen werden, aus Kostengründen aufs Land zu ziehen.

hessenschau.de: Welche weiteren Themen liegen Ihnen besonders am Herzen?

Herget: Die Zukunft eines sozial- und umweltverträglichen Stadtverkehrs ist mir sehr wichtig. Daher möchte Offenbach zur Fahrradstadt weiterentwickeln und den öffentlicher Nahverkehr ausbauen und preisgünstiger machen.

Der Fluglärm ist in Offenbach Dauerthema, und auch ich finde es unerlässlich, ihn erheblich zu reduzieren. Schädigungen, z.B. der Gesundheit oder der schulischen Entwicklung von Kindern, sind nachgewiesen. Eines meiner Ziele ist ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.

Erfreulicherweise ist die Kinderzahl in Offenbach vergleichsweise hoch. Mir ist sehr wichtig, dass es Kindern und ihren Eltern und Familien gut geht. Dazu möchte ich eine ganze Reihe von Maßnahmen in die Wege bringen.

Offenbach ist - finanziell gesehen - eine arme Stadt. Aber viele wichtige Maßnahmen kosten nun mal Geld. Es ist mir daher wichtig, weitere Geldquellen aufzutun. Eine Möglichkeit, die ich sehe, besteht darin, von den Sparkassengewinnen den gerechten Anteil für Kunst, Kultur und soziale Projekte der Stadt einzufordern. Hierzu habe ich bereits eine erste Tagung veranstaltet.

hessenschau.de: Ein Blick aufs Jahr 2023 - wie sollte sich Offenbach nach Ihrer sechsjährigen Amtszeit verändert haben?

Herget: In unserer Stadt werden wir eine gesunde Mischung der Sozialstruktur haben. Der Mietspiegel wird zeigen, dass es auch günstigen und bedarfsgerechten Wohnraum für verschiedene soziale Situationen geben wird.

Im Jahr 2023 kommt der Bundespräsident wieder nach Offenbach und verleiht der Stadt die Plakette für die fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands. Der Nahverkehr ist ausgebaut und günstiger als jetzt. An dem Ziel eines kostenlosen Nahverkehrs wird weiter gearbeitet.

Die Herzkreislauferkrankungen sind stark zurückgegangen und die Schulleistungen der Kinder gestiegen, wegen des Nachtflugverbots von 22 bis 6 Uhr und wegen der Verminderung des Fluglärms am Tag.

Es gibt einen starken Zuzug von Familien, Patchworkfamilien und Alleinerziehenden aufgrund meiner guten Familienpolitik.

Die Sparkasse schüttet kontinuierlich zwei Drittel ihres Gewinnes für soziale und kulturelle Projekte aus, und behält dabei eine gute Eigenkapitalquote.

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Persönliches

Das mag ich an Offenbach besonders ...
... den Wilhelmsplatz mit seinem Markt! Die Kultur- und Künstlerszene in Offenbach! Die kurzen Wege! Das unkonventionelle Zusammenleben! Die Apfelweinkultur, die bei vielen Offenbachern verbreitet ist.

Mein Lieblingsort in Offenbach ist ...
... der Buchhügel und mein Garten in Bieber.

Wenn ich nicht Politik mache ...
... keltern wir Apfelwein, veranstalten wir Hauskonzerte und Feste, organisieren wir eine Tango-Argentino-Szene, gärtnern wir und genießen unser Familien- und Freundesleben. Feiern wir Kickers-Aufstiege, hoffentlich diese Saison den nächsten.

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